5 Gründe, warum ein FSJ in der Altenpflege dein Leben bereichert

Ein Jahr lang freiwillig in der Altenpflege arbeiten? Warum nicht! Freiwillige, die sich für Senioren engagiert haben, wissen diese Erfahrung sehr zu schätzen. Fünf Gründe, warum sich ein FSJ in der Altenpflege lohnt.
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Wer einen Freiwilligendienst in der Altenpflege macht, sammelt wertvolle Lebenserfahrung.

Die Arbeit mit alten Menschen ist spannender, als du denkst. Altenpflege ist ein Beruf mit guten Zukunftsperspektiven. Wer sich ein Jahr freiwillig in einem Altenheim engagiert hat, bewertet diese Zeit im Rückblick positiv. Das hat die Diakonie Neuss herausgefunden: Ehemalige Freiwillige sind im Rahmen des Projekts "Perspektive alt sein – Erfahrungen aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Altenpflege" interviewt worden. Fünf Gründe, warum ein FSJ in der Altenpflege dein Leben bereichert.

 

1. Du lernst einen spannenden Beruf kennen

Die Arbeit mit alten Menschen beinhaltet viel mehr, als nur pflegerische Tätigkeiten. Simon (19) machte sein FSJ in der ambulanten Altenpflege. Er berichtet: „Ich wusste zuerst gar nicht, was man im FSJ so macht. Aber ich hatte ja einen Probetag. Ich kaufe ein, mache Hauswirtschaft, koche Essen. Und wenn mich Leute fragen, ob ich etwas für sie machen kann, dann mache ich, was da so anfällt.“ Als Freiwilliger hat Simon auch gelernt, mit Krankheiten wie Demenz umzugehen. Ein Patient ist ihm besonders in Erinnerung geblieben. Simon kündigte seinen Besuch stets vorher telefonisch an. Jede Woche derselbe Ablauf: „Ich ruf an, er weiß nicht wer ich bin, warum ich anrufe. Er freut sich dann und fragt, wann ich wieder anrufe. Er kriegt das einfach nicht gebacken.“

Mario Andreas (23) hat über den Freiwilligendienst seinen Beruf entdeckt: „Im FSJ habe ich mich dazu entschieden, im sozialen Bereich tätig zu werden“, sagt er. „Eine Arbeit im Büro wäre nichts für mich.“ Das FSJ machte Mario Andreas so viel Freude, dass er ein halbes Jahr verlängerte, um dann anschließend eine Ausbildung zum Sozialassistenten zu machen. „Seitdem arbeite ich hier. Jetzt hole ich mein Fachabi nach und möchte danach studieren – Soziale Arbeit oder irgendwas im Gesundheitsbereich.“
 

2. Du gewinnst eine neue Perspektive auf das Alter

Ab wann ist man eigentlich alt? „Früher dachte ich, mit 50 oder 60 wäre man alt“, sagt Mario Andreas. Nach seinem Freiwilligen Sozialen Jahr im Altenpflegeheim weiß er: „Blutjung ist man für mich dann noch!“ Im Seniorenheim hatte er Leute gesehen, die mit 80 oder 90 fit sind und mit über 100 am Rollator gingen: „Das hat mich total fasziniert.“

Daria (26) ging es ähnlich. Sie ist in der Ukraine geboren. Alt sein war für sie früher etwas Negatives. Das hat sich mit dem FSJ geändert. „In der Ukraine ist man mit 65 alt. Die Leute arbeiten viel in Fabriken oder als Bauern – bei uns sehen die Menschen älter aus“, berichtet Daria. „Hier sind viele Leute mit 60 oder 65 noch sehr aktiv, verreisen nach Ibiza oder gehen ins Fitnessstudio.“ Daria absolvierte zuerst ein Studium als Dolmetscherin für Englisch, Spanisch, Russisch und Ukrainisch, bevor sie als Au-pair-Mädchen in Köln arbeitete und danach mit einem FSJ im Altenpflegeheim begann. Mit anderen Menschen zu arbeiten war für sie der Grund, weshalb sie sich für ein FSJ entschieden hat.

Auch Lea (20) hat durch ihr FSJ eine andere Einstellung zum Alt sein gewonnen. „Früher dachte ich, dass man ab 40 alt ist.“ Seit ihrem Freiwilligendienst denkt sie anders: „Manche, die ich hier sehe, sind 69. Da denke ich, krass, das ist nicht alt!“ Eine Bewohnerin, die 102 Jahre alt gewesen ist, hat Lea besonders beeindruckt.

 

3. Du gewinnst viel Lebenserfahrung

Beim Thema Alter spielt auch die Einstellung zum Leben eine wichtige Rolle. „Ich glaube mittlerweile, dass man älter wird, wenn man eine hellere Lebenseinstellung hat“, sagt Simon. Er erzählt von einem Bewohner, der ihm ein Vorbild geworden ist: 92, rüstig und fit, in allen Dingen stets ein Optimist. Simon hat beobachtet: „Ältere Menschen, die schwer krank sind, aber eine positive Lebenseinstellung haben, die leben noch. Aber die Depressiven, die eine negative Lebenseinstellung haben, die sind inzwischen gestorben.“ Simons Erkenntnis: Wer positiv und optimistisch ist, lebt länger.

Ähnlich sieht es Sönke (27). Als Freiwilliger hat er gelernt, sich auch an kleinen Dingen zu erfreuen. Sönke hat nach seinem FSJ ein Maschinenbau-Studium begonnen und jobbt nebenher im sozialen Dienst. Man sollte immer nach vorne schauen, meint Sönke: „Das macht die ganze Sache einfacher.“ Als Freiwilliger hat er erlebt, dass man auch mit Kleinigkeiten sehr viel zufriedener sein kann. Zum Beispiel wenn das Essen schmeckt.

 

4. Du lernst zu akzeptieren, dass der Tod zum Leben gehört

Zur Arbeit mit alten Menschen gehört der Tod. Wie aber damit umgehen? Mario Andreas berichtet über seine Erfahrungen mit dem Thema: „Da gab es noch vor kurzem einen Bewohner, wo es mir sehr, sehr nahe ging. Aber mittlerweile gehe ich so damit um, dass ich für mich die Distanz wahre. Das Altenheim ist halt die letzte Station und man stirbt meistens dort.“ Mario Andreas hat in seinem FSJ gelernt, mit dem Tod umzugehen. „Der Tod gehört zum Leben dazu und seit ich hier arbeite, habe ich mich mit dem Tod auch abgefunden.“

Im Umgang mit dem Tod kann es auch darum gehen, die letzte verbleibende Zeit gemeinsam zu verbringen und zu nutzen. „Deswegen finde ich auch das Hospiz so interessant“, erzählt Lea. „Zum Beispiel, wenn es heißt, du hast nur noch drei Stunden zu leben und du möchtest raus – dann solltest du raus fahren können. Das ist wichtig, dass man einem noch den letzten Wunsch erfüllt.“

 

5. Die Arbeit mit alten Menschen gibt dir etwas zurück

Die Freiwilligen erleben im Pflegeheim auch schöne Momente und große Gefühle: „Für mich war bisher das Beste und Tollste, als meine Lieblingsomi mir gesagt hat, dass sie mich lieb hat, weil ich mich immer so nett um sie kümmere“, sagt Lea. „Sie hat mich in ihr Herz geschlossen und das hat mich wirklich richtig berührt. Da hätte ich am liebsten geheult.“

Für Daria ist das FSJ etwas Besonderes: „Wenn ich hierher komme, ist das nicht nur eine Arbeit“, erzählt sie. „Wenn ich hier bin fragen alle: Hast du gegessen? Hast du gut geschlafen, Daria? Das bringt mir positive Emotionen. Manchmal wenn ich hierher komme, bin ich richtig glücklich. Ich bin glücklich, wenn sie glücklich sind.“ Auch Sönke sagt: „Das größte Gefühl, was ich hier empfinde, ist Freude und die Freude der anderen zu sehen.“

Text: Detlef Schneider


FSJ / BFD in der Altenpflege:

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