weltwärts

Timo macht mit weltwärts einen Freiwilligendienst in Odessa

Die Diakonie hat mich prima auf mein Freiwilligenjahr in der Ukraine vorbereitet

Timo (19) ist für ein Jahr mit dem weltwärts-Programm in der Ukraine. Als Freiwilliger betreut er in der Stadt Odessa in seiner Einsatzstelle "Shiwa Nadija" (Lebendige Hoffnung) Kinder und Jugendliche. Er erzählt, wie ein Freiwilligendienst mit "weltwärts" abläuft.

Nach dem Abi wollte ich im Ausland für ein soziales Projekt arbeiten. Im Internet erfuhr ich von weltwärts. Das Programm ist staatlich gefördert, anerkannt und bietet die Möglichkeit, sich weltweit in Projekten entwicklungspolitisch zu engagieren. Wer mit weltwärts unterwegs ist, bewirbt sich bei einer sogenannten Entsendeorganisation. Bei mir war das die Diakonie Württemberg. Ich bewarb mich auf das 2x-change"-Programm der Diakonie, das Freiwilligendienste in Palästina, Jordanien, Tansania, Serbien und der Ukraine anbietet. Für ein konkretes Projekt muss man sich bei "x-change" erst später entscheiden.

Auf der Website der Diakonie konnte ich einen Bewerbungsbogen herunterladen. Außerdem brauchte ich ein Passfoto, einen tabellarischen Lebenslauf, mein letztes Zeugnis und zwei Empfehlungsschreiben von Menschen, die mich kennen und meine Stärken beschreiben. Ich habe eine enge Freundin der Familie und einen Parteigenossen in der SPD gefragt. Seit meiner Schulzeit engagiere ich mich bei den Jusos, den Jungsozialisten. Soziales Engagement gibt bei der Bewerbung Pluspunkte. Das Kernstück meiner Bewerbung war mein Motivationsschreiben, das ich in zwei Sprachen einreichen musste. Ich schrieb meines in Englisch. Ich habe auf einer Seite beschrieben, warum ich ein Auslandsjahr machen möchte, welche Erfahrungen und Stärken ich mitbringe und was ich mir von dem Freiwilligendienst erhoffe. Das Schreiben hat mir sehr geholfen, mich auf das freiwillige Jahr vorzubereiten.

Je früher du dich bewirbst, desto besser

Die Bewerbungsfrist startet im Oktober und endet meistens zum Februar. Je früher man sich bewirbt, desto besser sind die Chancen, das Wunschprojekt zu bekommen. Im Dezember und im Februar finden Auswahl- und Orientierungstreffen statt. Die Diakonie lud mich und die anderen Freiwilligen zu einem Wochenendseminar nach Böblingen ein. Ehemalige Freiwillige stellten uns ihre Einsatzstellen und die Länder vor. Das half mir, mich für konkrete Projekte zu interessieren.

Wir haben Gruppenspiele gemacht und gemeinsam gekocht. In einem Einzelgespräch wurde ich nach meinen Präferenzen, meiner Motivation und meinen Ängste und meinem Umgang mit Krisensituationen gefragt. Die Atmosphäre empfand ich als locker, ich fühlte mich zu keinem Zeitpunkt unter Druck gesetzt. Ich kann nur empfehlen gelassen in das Einzelgespräch einzusteigen und ehrlich zu sein.

Info Box

weltwärts - der entwicklungspolitische Freiwilligendienst

Dieser Freiwilligendienst ist was für Leute, die sich für entwicklungspolitische Themen wie Armutsbekämpfung, Menschenrechte, Demokratieförderung interessieren. Als Freiwilliger arbeitest du ganztägig bei einem Projekt mit. Bei dem Einsatz lernst du unter anderem, weltweite Wechselwirkungen und Abhängigkeiten besser zu verstehen. Weltwärts ist ein politischer Entwicklungsdienst des Bundesministeriums für Zusammenarbeit und Entwicklung(BMZ). Freiwillige bewerben sich direkt bei anerkannten Entsendeorganisationen.

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Länder
Inhalt: 

weltweit 80 Staaten, die als "Entwicklungsländer" gelten

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Dauer
Inhalt: 

6-24 Monate, in der Regel 12 Monate

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Schwerpunkte
Inhalt: 

Entwicklungsprojekte in Asien Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa. Vor allem in den Bereichen: Frieden und Entwicklung, Bildung, Politik, Landwirtschaft, Umwelt, soziale Dienste

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Voraussetzungen
Inhalt: 
  • Alter zwischen 18 und 28 Jahre
  • abgeschlossene Berufsausbildung, Abitur oder Fachhochschulreife; deutsche Staatsbürgerschaft oder Aufenthaltsgenehmigung
  • Grundkenntnisse in der Landesprache
  • Interesse an Kultur des Einsatzlandes
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Finanzielles
Inhalt: 
  • Programm übernimmt Kosten für Taschengeld (100 Euro), Hin- und Rückreise, Seminare, Versicherungen, nötige Impfungen, Verpflegung, ortsübliche Unterkunft, Mentoren und Anleitung vor Ort, Betreuung vor während und nach dem Auslandsaufenthalt durch die Entsendeorganisation
  • weltwärts trägt nur einen Teil der Kosten, die Entsendeorganisationen übernehmen den Restanteil
  • Oftmals beteiligen sich auch Freiwillige mit zirka 200 Euro/Monat: Finanzierung durch kreative Aktionen, Patenschaften, Förderkreise
  • gesetzlicher Anspruch auf Kindergeld besteht weiter
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Seminare
Inhalt: 

25 Seminartage - Beispiel Diakonie Württemberg: Vorbereitungsseminar in Deutschland (10 Tage), im Einsatzland (5 Tage), Zwischenseminare im Einsatzland (5 Tage), Nachtreffen (5 Tage)

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Urlaub
Inhalt: 

zwei Tage pro Monat zusätzlich zu den Feiertagen des Gastlandes

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Weitere Infos

Am Ende des Wochenendes konnten wir unsere drei Wunschprojekte in eine Liste eintragen, spätestens nach drei Tagen mussten wir uns entschieden haben. Zugegeben, mein jetziges Projekt bei "Shiwa Nadija" in Odessa war nur meine zweite Wahl, aber es überzeugte mich trotzdem: Die Mitarbeiter helfen, Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien vor Alkoholismus, Drogenmissbrauch, Kriminalität, ungewollten Schwangerschaften und Aids zu bewahren.

Odessa besitzt die höchste Aids-Rate in Europa. Die Kinder kommen oft aus zerrütteten Verhältnissen, sind Waisen oder haben häusliche Gewalt erlebt. In dem Projekt bekommen sie ein warmes Mittagessen, Hilfe bei ihren Hausaufgaben, Mitarbeiter klären über Aids, Drogen- und Alkoholmissbrauch auf und bieten Freizeitangebote an. Dieser praktische Ansatz hat mich überzeugt.

Visum so früh wie möglich beantragen

Es ist es üblich, Spenden für die Entsendeorganisation zu sammeln, da sie auch Kosten haben. Wenn es dabei Überschüsse gibt, unterstützt die Diakonie damit manchmal die Aufnahme ausländischer Freiwilliger, die sich in Deutschland engagieren möchten, aber nicht genug Geld haben. Zum größten Teil erhielt ich Spenden aus meiner Familie und von Freunden. In meiner Nachbarschaft verteilte ich selbst entworfene Flyer. In der Lokalzeitung wurde ein Bericht über mich und mein Projekt veröffentlicht, so dass noch einige zusätzliche Mittel zusammenkamen.

Für die Ukraine musste ich mich frühzeitig um ein Visum bemühen. Zu meiner eigenen Vorbereitung besuchte ich vor der Abreise an der Volkshochschule einen Russisch-Kurs, um ein Basiswissen in der Sprache zu haben. Außerdem habe ich Nachrichten und Romane über die Ukraine gelesen, um das Land besser kennenzulernen. Die Diakonie bereitete uns in zwei Seminaren auf den Auslandsdienst vor. Wir hörten Berichte von Referenten, hielten Vorträge und erarbeiteten in Länder-Gruppen Themen über Politik und Geschichte der Gastländer, diskutierten über entwicklungspolitische Themen, Globalisierung und sprachen über unsere persönliche Ziele für das Jahr.

Die Seminare in der Ukraine waren klasse

Auf der Reise in die Ukraine sahen wir fünf Freiwillige schon viel vom Land, erst im Bus und später im Zug. In Charkow erkundeten wir die Stadt und die landestypischen Eigenheiten. Wir lernten zum Beispiel wie man mit dem Linienbus "Maschrutka" fährt, der beinahe jeden Winkel der ukrainischen Städte ansteuert und meistens proppenvoll ist. Einheimische Ukrainer erzählten uns etwas über ihr Land und wir probierten ukrainische Delikatessen wie Vareniki, das sind gefüllte Teigtaschen.

Nach dem dreitägigen Welcome-Seminar fuhren wir mit dem Zug nach Odessa. Ich lebe bei einer alten Frau in einem Plattenbau und werde von einer deutschen Mentorin betreut. Wir treffen uns regelmäßig und ich habe die Möglichkeit mit ihr Probleme und Wünsche zu besprechen. Sie half mir zu Beginn auch bei Behördengängen zur Anmeldung und beim Kauf von Zugtickets. Mein Zwischenseminar fand im Februar in Lviv, auch als Lemberg bekannt, statt.

Ich habe mich mit anderen Freiwilligen ausgetauscht und es gab die Möglichkeit in intensiven Einzelgesprächen mit der Seminarleiterin über persönlichere Konflikte, Pläne und Wünsche zu sprechen. Wir diskutierten mit jungen Ukrainern über die aktuelle politische Lage und sahen uns die Stadt an. Auf den Seminaren empfand ich den Austausch mit anderen Freiwilligen und mit jungen Ukrainern als sehr bereichernd. Neue Freundschaften wurden geschlossen, Einladungen ausgesprochen und Adressen ausgetauscht.

Ende August werde ich nach Deutschland zurückkehren. Im September werden wir unsere Erfahrungen in einem Rückkehrseminar der Diakonie Württemberg austauschen und Rückkehr-Aktionen planen. Darauf freue ich mich besonders, auch wenn ich das Ende meines Einsatzes noch in weite Ferne wünsche. Mich interessiert, wie die verschiedenen Einsatzländer die Freiwilligen geprägt oder vielleicht sogar verändert haben. Ich selbst habe bisher sehr viel gelernt. Zum einen über die Ukraine, die mir zu einer zweiten Heimat geworden ist. Zum anderen weiß ich jetzt, was ich gerne tue, was ich brauche, und was mir wirklich wichtig im Leben ist.

Protokoll: Katrin Langhans

Stellen zum Tätigkeitsbereich
Nicaragua
Managua

Die Tätigkeitsbereiche werden die Fortführung und Weiterentwicklung von Strategien, um Spendengelder über verschiedene Kanäle zu akquirieren und die Sicherstellung der Finanzierung der Projekte sein.

Nicaragua
Managua

Der Freiwilligenplatz bezieht sich auf den Bereich der Begleitung der Projekte, in denen nationale Freiwillige für eine kurze Zeit arbeiten. Innerhalb des Projektes sollen in verschiedenen Gruppen Strategien für die Hilfe in den ländlichen Regionen (Hausbau etc) entwickelt und umgesetzt werden. Vor allem sollen in den einzelnen Projekten Akzente auf die Stärkung der Kommunen liegen (gegen Armut, für politische Mitbestimmung und Zugang zu Bildung) sowie soziale Aktionen initiiert werden.

Panama
La Chorrera

Das Vorschulprogramm findet im Rahmen des Programms zur Unterstützung von Familien statt. Der/die Freiwillige wird die pädagogische Kraft bei folgenden Aufgaben unterstützen:

Abholung der Kinder von der Bushaltestelle

Mithilfe bei der Ausgabe des Frühstücks

Anleitung und Begleitung im Unterricht

Unterstützung während des Mittagessens

Begleitung der Kinder auf dem Rückweg

Panama
La Chorrera

Die Bibliothek bietet eine technische Ausstattung, die für die schulische Weiterbildung sowie zur Hausaufgabenbetreuung genutzt werden kann.

Der/die Freiwillige wird den SchülerInnen bei der Internetrecherche, Suche nach Büchern und Enzyklopädien helfen, sie bei der Anfertigung von Kopien unterstützen, bei den Hausaufgaben behilflich sein und die SchülerInnen bei Druckaufträgen unterstützen. 

Panama
Panamá City

Die Projektarbeit findet im Centro de Desarrollo Comunitario Kiwanis Curundu statt. Seit 15 Jahren bietet der Club Kindern und Jugendlichen eine schulische Grundbildung an. Nebenbei werden auch Werte und Normen vermittelt. Die Anzahl der Schüler*innen variiert von Monat zu Monat.

Die Freiwillige soll die spielerischen Aktivitäten in den Klassenräumen unterstützen. Diese zielen vor allem darauf, die Kreativität der Kinder anzuregen, Gruppenprozesse zu initiieren und die Solidarität untereinander zu stärken.

Panama
Panamá City

Es handelt sich um Schulen, die den dort wohnenden Kindern schwer zugänglich sind. Das Angebot an staatlichen Schulen in der Region ist sehr limitiert, so dass diese Schule von vielen Kindern besucht wird, die sonst keine Möglichkeit auf Bildung hätten. An der Schule arbeiten zwei festangestellte Pädagogen. Die Anzahl der Kinder variiert, da in dieser Region keine genauen Angaben zu der täglichen Anzahl von Kindern gemacht werden kann.

Panama
Panamá City

Der/die Freiwillige wird unterstützend in Freizeitangeboten einer Schule mitarbeiten. Er/ sie kann Sport-, Musikangebote machen, um den Kindern eine Art der Stimulation zu bieten. Er/ sie soll unterstützend bei der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt werden und ggf. auch mit in die Elternarbeit einbezogen werden, die initiiert werden muss. Da die Lebensumstände der Familien sehr schwierig sind, soll auch ein Gemüsegarten angelegt werden.

Nicaragua
Managua

Die Tätigkeitsbereiche werden die Mitarbeit bei Projektorganisation, die Mitarbeit in den Bildungsangeboten und die Weiterentwicklung von Projekten sein. Hierzu ist es notwendig die einzelnen Projekte innerhalb des Landes zu besuchen und in ihnen mitzuarbeiten. Hauptsächlicher Arbeitsort ist aber das Zentralbüro in Managua.

Nicaragua
Corinto

Der/die Freiwillige wird die Fremdsprachenangebote der Organisation für Jugendliche und junge Erwachsene mit begleiten. Darüber hinaus wird er/sie verschiedene kulturelle Aspekte veranschaulichen, um der Zielgruppe interkulturelle Werte vermitteln zu können. Gemeinsam sollen zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit Ideen entwickelt und umgesetzt werden.

Nicaragua
Corinto

Der/die Freiwillige wird in verschiedenen Fächern im Schulunterricht unterstützend mitwirken. Vor allem in den Förderschulklassen, die von der Organisation betreut werden, wird er/sie die Kleingruppen mit betreuen und einzelne Angebote (musikalische Früherziehung, Sportangebote) durchführen.

Die Schulkinder kommen zumeist aus sozial schwächeren Familien und brauchen eine intensivere Betreuung aufgrund mangelnder Motivation.