Kultur

Amelie Sophia macht einen Bundesfreiwilligendienst im Theater. Ihre Einsatzstelle: "kriminal theater bremen"

Ein Tag mit Sophia im Theater

Amelie Sophia ist Bundesfreiwillige beim "bremer kriminal theater". Sie lernt dabei die verschiedenen Bereiche des kleinen Theaters kennen. Ein abwechslungsreicher Freiwilligendienst: Sophia arbeitet im Theater-Büro mit, hilft abends bei den Aufführungen, macht Regieassistenz und springt auch mal bei der Technik ein. Vermittelt hat ihr die Stelle sfd Bremen.

 

14:00

Heute ist Freitag. Da komme ich häufig erst am Nachmittag ins Büro. Denn freitags und samstags haben wir am Abend Vorstellung. Heute übernehme ich einen Abenddienst. Im Büro kümmere ich mich jetzt um die Theater-Organisation: Zum Beispiel E-Mails beantworten oder Buchungen von Theaterkarten prüfen. Wir sind ein kleines Team von fünf Festangestellten. Für die Abenddienste und kleinere Zuarbeiten gibt es eine Gruppe von Ehrenamtlichen und Honorarkräften. Gerade ist eine der Ehrenamtlichen für die Abendvorstellung ausgefallen. Jetzt muss ich schnell eine Vertretung organisieren.

15:00

Unsere Theaterkasse öffnet. Wir sind ein kleines Haus. Das heißt: Das Büro ist jetzt die Theaterkasse und ich mache den Vorverkauf. Drei Stücke bringen wir pro Spielzeit heraus, sieben stehen als Wiederaufnahmen auf dem Spielplan. Daneben gibt es Gastspiele, Lesungen. Einmal im Monat gibt's sonntags das "Mordfrühstück": eine szenische Krimi-Lesung mit Brunch. Häufig arbeite ich am Wochenende und abends, dafür ist der Montag frei.

18:00

Jetzt beginnt der Abenddienst. Wir sind zu zweit. Die heutige Vorstellung muss vorbereitet werden. Manchmal müssen wir noch die Bühne vom Vortrag aufräumen. Heute ist nur der Kühlschrank an der Theater-Bar zu bestücken, wir überprüfen den Saal und bereiten die Karten für die Abendkasse vor.  

Das Schöne am Theater ist, dass man sich in Vielem ausprobieren kann. Es bleibt oft nicht bei Büro- und Abenddiensten. Bei "Sherlock Holmes & Der Hund der Baskerville" war ich sogar Regie-Assistentin. Regieassistenz hieß zunächst, bei allen Proben dabei zu sein. Die Proben dauerten mehrere Wochen, täglich von 10 bis 15 Uhr. Da hatte ich das Textheft in der Hand und habe alle Änderungen des Regisseurs notiert. War ein Schauspieler bei einer Probe mal nicht anwesend, stellte ich mich auf die Bühne und las dessen Text rein. Nebenbei habe ich Probenpläne erstellt oder mit der Requisite Kontakt gehalten. Als Regie-Assistentin habe ich viele Überstunden gesammelt. Die habe ich nach der Premiere abfeiert können.

Info Box

Tätigkeitsbereich "Kultur"
Label / Titel: 
Typische Einsatzbereiche
Inhalt: 

Museen, (Musik-) Schulen, Theater, Archive, Bibliotheken, Bildungszentren, Film, Jugend- und Kindereinrichtungen, Kinos, Kirchen, Konzerthäuser, Kulturzentren, Kunst-Vereine, Medien, Vereine, Zirkus

Label / Titel: 
Was macht man da alles?
Inhalt: 

Oftmals ein eigenverantwortliches Projekt umsetzen und je nach Einsatzgebiet zum Beispiel Bildungsarbeit, Handwerkliches, Künstlerisches, Öffentlichkeitsarbeit, Kulturmanagement, Projektmanagement, Technische oder Verwaltungs-Arbeiten, wissenschaftliche Mitarbeit

Label / Titel: 
Was sollte ich für diese Tätigkeit mitbringen?
Inhalt: 

Interesse am gewählten Kultur-Betrieb und -Bereich, Flexibilität (auch bei den Arbeitszeiten), Kreativität, Spontanität, Freude am eigenständigen Arbeiten, Teamfähigkeit, Aufgeschlossenheit

Label / Titel: 
Was bringt mir das?
Inhalt: 
  • Einblicke in kulturelle Prozesse und Strukturen
  • berufliche Orientierung
  • Persönlichkeitsbildung
  • Kontakte und Informationen für spätere Ausbildung/Praktika/Studienfächer
19:00

Einlass für die Vorstellung: Zusammen mit der eingesprungenen Ehrenamtlichen kümmere ich mich um Abendkasse und Garderobe. 

20:00

Das Stück beginnt. Es heißt "Dänische Delikatessen" und spielt in einem Fleischerladen. Weil wir es schon kennen, nutzen wir die Zeit und rechnen die Abendkasse ab. Ich könnte mich nach Absprache mit der anderen Abenddienst-Mitarbeiterin auch in die Vorstellung setzen.

Die Arbeitszeiten sind hier im Theater verschieden. Sie hängen davon ab, woran ich gerade mitarbeite. Gleich zu Beginn meines Freiwilligendienstes konnte ich bei einem Stück die "Technik fahren" – das heißt: Ich habe für den Ton gesorgt und das war eine ziemliche Herausforderung! Man sitzt hinter einem großen Mischpult und hat das Textheft mit Markierungen vor sich liegen. Jetzt muss man sich vor allem trauen, den richtigen Knopf im richtigen Moment zu drücken. Die Geräusche sind teilweise sehr laut und es gilt, genau den Punkt zu treffen: Wenn das Telefon noch klingelt, obwohl der Schauspieler schon abgehoben hat, wäre das blöd. Ton fahren ist wie mitspielen, ohne dass man gesehen wird. Und es macht großen Spaß.

21:00

In der Vorstellungs-Pause räume ich Gläser und Geschirr bei den Gästen ab oder bringe neue Getränke zum Tresen. Manchmal muss ich auch schnell in den Supermarkt rennen und etwas nachkaufen. Bei dem heutigen Stück geht's um Fleisch und wir können kein echtes nehmen. Zumal einige der Schauspieler Vegetarier sind. Einmal brauchten wir für den zweiten Teil der Vorstellung noch mehr "Fleisch". Da bin ich zum Supermarkt gerannt und habe Brot gekauft. Das haben wir ganz schnell rot eingefärbt, sah super aus!

22:10

Die Vorstellung ist zu Ende. An der Garderobe gebe ich die Jacken heraus. Danach räumen wir auf: Also Tische abräumen, Kerzen auspusten, Spülmaschine anwerfen und so weiter.

22:35

Kurz nach halb elf komme ich aus dem Theater. Gefühlt habe ich jeden zweiten Tag andere Arbeitszeiten. Aber das Gemeinschafts-Gefühl und die vielen Möglichkeiten hier finde ich wunderbar.

Protokoll: Friedemann Sommer
 

Stellen zum Tätigkeitsbereich
Sambia

Mmambana (Mutter der Kinder) ist eine gemeinnützige, auf dem christlichen Glauben basierende Organisation. Die Freiwilligen unterstützen die Mitarbeitenden bei den anfallenden Aufgaben und der Mitgestaltung der einzelnen Teilprojekte z. B. des Afterschool-Club (Hausaufgabenbetreuung) oder Mitgestalten des She-Club, ein Programm für Mädchen zur Förderung des Selbstbewusstseins, Aufklärung usw.
Weitere Tätigkeiten, je nach Bedarf, Unterstützung im Büro, Mitgestaltung der Computerkurse.

Deutschland
Frankfurt (Oder)

 

Unsere vielfältige Gruppenarbeit - vom Kleinkind bis zu Erwachsenen - wartet darauf, dass Du sie kennenlernst und Du Dich gabenorientiert in ihnen einbringst. In der Planung, Vorbereitung und Durchführung wirst Du von einzelnen Ehrenamtlichen unterstützt bzw. angeleitet.

Neben den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen und Aktionen finden auch einzelne Projekte ihren Platz im Alltag. Ob in jungen Gottesdiensten, Freizeiten, dem XXL-Kindertag oder bei Schulprojekten - mit Deinem Engagement unterstützt Du unsere wertvollen Anliegen.

Frankreich
Sainte-Colombe-en-Auxois

Das Kulturzentrum ARCADE fördert das zeitgenössische Kulturschaffen in den Bereichen Design und künstlerische/gestaltende Berufe. Jedes Jahr greift unser Programm neue Fragestellungen auf, um das Publikum für dessen Alltagsumfeld zu sensibilisieren. Das Kulturzentrum ARCADE ist im Herzen der Bourgogne-Franche-Comté in einem Schloss aus dem 17. und 18. Jahrhundert angesiedelt und setzt sich für qualitativ hochwertige Kultur im ländlichen Raum unter dem Slogan „Design auf dem Land“ (Design à la campagne®) ein.

Frankreich
Glux-en-Glenne

Bibracte ist eine öffentliche Einrichtung, die mit der Verwaltung der Ausgrabungs- und Naturstätte von Bibracte Mont-Beuvray betraut ist. Bibracte Mont-Beuvray wurde mit dem Gütesiegel „Grand Site de France“ ausgezeichnet. Die Verwaltung umfasst die 1000 ha große Stätte, das europäische Forschungszentrum für Archäologie (das gleichzeitig hundert Forscher*innen und Studierende empfangen kann und das über alle Einrichtungen verfügt, die für archäologische Forschungen nötig sind), sowie ein Museum mit 42.000 Besuchern pro Jahr.

Frankreich
Dijon (Talant)

Seit 1994 setzt sich der Verein Les Doigts Qui Rêvent (Träumende Finger) für den Zugang zum Lesen für schwer sehbehinderte und blinde Kinder ein. Der Verein entwirft taktile, d.h. mit dem Tastsinn erfahrbare Bilderbücher und produziert sie in sozialer und solidarischer Ökonomie. Ein taktil illustriertes Buch besteht aus zwei Schriften (Großdruck und Braille) sowie gefärbten Materialien, die stark kontrastiert sind und Farben ersetzen.
Hauptaktivitäten:
• Erstellen, Produzieren und Vertreiben von taktilen Kinderbüchern

Frankreich
Forbach

Le Carreau – Scène Nationale de Forbach et de l’Est mosellan (Nationalbühne) ist im Eurodistrict SaarMoselle angesiedelt. Die Einrichtung ist ein Treffpunkt für interdisziplinäre darstellende Künste. Hier begegnen sich Kulturvermittlung, Kreationsprozesse, Künstlerresidenzen, Sensibilisierungsaktionen sowie kulturelle und künstlerische Bildung im schulischen und außerschulischen Kontext.

Frankreich
Chalon-sur-Saône

Association Mosaïques ist ein Verein, der auf die Verbreitung und Vermittlung aktueller und elektronisch verstärkter Musik ausgerichtet ist. Darüber hinaus strebt der Verein danach, seinen Arbeitsbereich auf andere kulturelle Aktivitäten und Praktiken auszuweiten, wie z.B. „collaborative workshops“, das Teilen und Weitergeben von Wissen bzw. Techniken wie Siebdruck, Basteln usw.
Hauptsächlich organisiert der Verein Konzerte. Jährlich finden ca. 30 Veranstaltungen

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