Kinder und Jugendliche

Luise (19) macht einen BFD in einer Kita in Leipzig

Ein Tag mit Luise im Kindergarten

Luise (19) macht einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Kindertagesstätte Nathanael in Leipzig-Lindenau, einer Kita der Diakonie Leipzig. Vermittelt hat ihr den BFD der Träger Herbie e.V. Luise erzählt, wie ein typischer Tag bei ihr abläuft.

 

7:45

Mein Arbeitstag im Kindergarten beginnt. Genau um diese Zeit hatte ich in der Schule die erste Stunde - es war also keine große Umstellung für mich. Bis das Frühstück kommt, wechsle ich im Bad die Handtücker.

8:00

Ich helfe beim Frühstücken. Knapp 20 Kinder sind schon da. Die meisten Kinder kommen aber später. Bis halb zehn sind alle da. In unserer Kita haben wir drei Gruppen mit 50 Kindern.

8:30

Schönes Wetter - Rausgehzeit! Wir haben einen großen Garten. Für mich heißt das dann: 20 Kinder zum Händewaschen und zum Anziehen ihrer Jacken bewegen. Morgens sind wir zu zweit: ein Kollege oder eine Kollegin und ich. Es dauert fast 25 Minuten bis wirklich alle draußen sind.

Info Box

Tätigkeitsbereich "Kinder und Jugendliche"
Label / Titel: 
Typische Einsatzbereiche
Inhalt: 

Kindertagesstätten (Kitas), Krippen, Horte, Kinderheime, Kindertagespflege (Mitarbeit bei Tagesmüttern und -vätern), betreutes Wohnen, Kinderkur-Einrichtungen, Freizeiteinrichtungen, Kirchengemeinden, Schulen

Label / Titel: 
Was macht man da alles?
Inhalt: 

erzieherische Aufgaben, hauswirtschaftliche Tätigkeiten; z.B. Spielen, Singen, Basteln, Sport, Bildungsangebote, Betreuung oder Pflege

Label / Titel: 
Was sollte ich für diese Tätigkeit mitbringen?
Inhalt: 

Interesse an Kindern, Gelassenheit, gute Nerven, Kreativität, Spontanität, Verantwortungsgefühl, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Organisationstalent, Gesundheitspass, teilweise Führerschein

Label / Titel: 
Was bringt mir das?
Inhalt: 

Selbstbewusstsein, Verantwortung, berufliche Orientierung, Einblicke in Abläufe professioneller Kinderbetreuung, Praxiserfahrung, teilweise Anrechnung als Praktikum für bestimmte Ausbildungen oder Studiengänge

9:00

"Rausgehzeit" ist für die Erzieher und mich natürlich super. Die Kinder können draußen frei spielen. Wir legen Stifte, Blöcke und Papier raus. Die Kinder malen oder basteln gerne. Manchmal machen wir auch Fangspiele. Aber das freie Spiel ist immer am besten.

9:30

Bis halb zehn treffen nach und nach die übrigen Kinder ein. Ich bin mit draußen und notiere in der Liste, wann welches Kind angekommen ist. Ich begrüße die Kinder und tausche mich mit den Eltern aus. Das ein oder andere Kind muss getröstet werden, wenn der Abschied von Mama und Papa schwer fällt. Ansonsten habe ich einfach ein waches Auge: Mal einen Streit schlichten, mal beim Zeichnen helfen oder auch mal einen Kühlbeutel holen für ein aufgeschürftes Knie. Zu meinen Aufgaben als Freiwillige gehören auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten. So haben die Erzieher mehr Zeit für die Kinder. Ich schneide Obst und richte ein paar Schüsseln für die Gruppen.

10:45

Wir sind ein evangelischer Kindergarten. Einmal am Tag gibt es den Gruppenkreis: Wir singen Lieder, hören Geschichten. Ich spiele ab und zu Gitarre - das habe ich schon während meiner Schulzeit in der Kinder- und Jugendarbeit meiner Kirchengemeinde gemacht - auch Kinder-Musicals. Bevor es losgehen kann, helfe ich den Kindern beim Ausziehen ihrer Jacken und beim Händewaschen. Heute gestaltet die Pfarrerin aus der Kirche nebenan den Kreis.

11:15 

Zeit fürs Mittagessen - das ist oft stressig. Wieder Händewaschen. Dann sollen sich die Kinder Geschirr vom Stapel holen und an ihre Plätze setzen. Sobald alle sitzen, teile ich das Essen aus.

11:45

Nach dem Mittag gehen wir mit den Kindern Zähne putzen. Ich achte darauf, dass sie nicht zu viel Quatsch machen. Nach dem Essen sind sie oft sehr aufgedreht. Anschließend teilen wir die Kinder in zwei Gruppen: Die größeren Kinder im Vorschulalter gehen in die Ruhegruppe. Sie hören ein Hörspiel, ein Erzieher liest etwas vor oder einige malen still. Ich bin heute - wie meistens - bei der Schlafgruppe mit den Jüngeren. Hier achte ich darauf dass die Kinder sich umziehen, nicht zu sehr auf den Betten rumhüpfen und nicht wieder hinausrennen. Natürlich müssen einige immer nochmal aufs Klo.

12:15 

Jetzt sind alle Kinder im Schlafanzug. Meistens gibt es dann eine kurze Geschichte. Weil heute aber zu viel Unruhe ist, müssen wir die Geschichte ausfallen lassen. Ab halb eins schlafen die Kinder.

12:45

Jetzt habe ich Mittagspause. Und kann mal durchatmen! Wenn den Vormittag über 20 Kinder mit "Ich hab Durst!", "Ich muss pullern!" oder "XY hat mich gehauen!" zu mir kommen, bin ich dankbar für ein paar ruhige Minuten. Übrigens darf ich als BFD'lerin nicht ganz allein mit den Kindern sein. Trotzdem fühle ich mich hier von den Kollegen wie eine gleichwertige Mitarbeiterin behandelt. Das ist wirklich schön!

13:15 

Nach meiner Pause bereite ich den Vesperwagen vor. Ich stelle Müsli, Milch, Knäckebrot und einige weitere Leckereien zusammen. Bei so schönem Wetter wie heute vespern wir draußen.

13:45

Die Vesper-Zeit ist für uns ein bisschen wie Fließband-Arbeit. Die Kinder kommen nach und nach zum Vespern. Erst die Kinder aus unserer Ruhegruppe, dann unsere Schlafgruppe. Nach und nach kommen Kinder aus den anderen Gruppen dazu. Anschließend mache ich drinnen sauber, das ein oder andere Bett im Schlafraum muss neu bezogen werden, weil etwas daneben ging. Ich schneide ich nochmal Obst, was ich hinaus bringe.

15:15

Jetzt bin auch ich wieder im Garten angekommen. Werden die ersten Kinder abgeholt, trage ich sie aus der Liste wieder aus. Ansonsten sind meine Aufgaben ähnlich wie am Vormittag: Helfen, Spielen, Streit schlichten, Basteln, Trösten … was eben nötig ist.

16:00

Zeit für die Schließrunde. Noch mal durchs Haus gehen, Fenster schließen, Heizung abdrehen, Türen verschließen.

16:15

Feierabend. Ich bin ganz schön geschafft. Aber man sieht hier, was man tut. Es ist ein wunderbares Gefühl, so gebraucht zu werden. Ich staune immer wieder, was die einzelnen Kinder an Talenten zeigen und wie schnell sie sich entwickeln. Es ist nie langweilig, das macht die Arbeit so schön!

Protokoll: Friedemann Sommer
 


VIDEO:
Kinder- und Jugendliche // FSJ im Sprachheil-Kindergarten

Juliane macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sprachheilzentrum der Diakonie in Calw. Im Sprachheil-Kindergarten fördert sie Kinder beim Sprechen. Die Arbeit ist genau das, was sie gesucht hat. Warum? Das erzählt sie im Film. Sie stellt ihren Alltag als FSJ'lerin näher vor.

Juliane hilft Kindern bei ihrem FSJ im Sprachheil-Kindergarten, dass sie besser sprechen können.

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Das Paul Gerhardt Stift hat im Oktober 2014 eine Kita mit 38 Plätzen eröffnet. Seit Januar 2017 befindet sich die Kita in der Trägerschaft der Evangelischen Johannesstift Jugendhilfe gGmbH.

Am Standort des Paul Gerhardt Stifts wird mit mit der Kita das Ziel verfolgt, für möglichst viele Eltern im Stadtteil, familien- und erziehungsunterstützende Angebote zu etablieren. In Kooperation mit dem Stadtteil- und Familienzentrum der Paul Gerhardt Stift Soziales gGmbH wird zudem Beratung, Information und Hilfe in allen Lebensphasen geboten.

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