Warum schickt mir die Bundeswehr einen Fragebogen?
Du bist 18 und damit volljährig. Der Staat will nun wissen, ob du für einen Dienst bei der Bundeswehr infrage kommst. Das soll mit dem Online-Fragebogen herausgefunden werden. Den Link findest du in dem Info-Brief der Bundeswehr. Männer müssen (!) den Fragebogen ausfüllen und absenden. Frauen können das freiwillig tun.
Was will die Bundeswehr mit der Fragebogen-Aktion erreichen?
Um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken, will die Bundeswehr will mehr junge Menschen für den Freiwilligen Wehrdienst (FWD) gewinnen. Was passiert, wenn sich nicht genügend Freiwillige melden? Wenn es nötig ist, kann der Bundestag über eine Bedarfswehrpflicht entscheiden. Das heißt, junge Männer können auch dann zum Militärdienst einberufen werden, wenn sie sich gegen einen freiwilligen Wehrdienst entschieden haben. Das hängt davon ab, wie akut die Bedrohung ist und wie viele Soldat:innen die Bundeswehr gerade braucht. Du kannst dich aber auf dein Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung (Grundgesetz Artikel 4, Absatz 3) berufen - wie das geht, erfährst du unten auf dieser Seite.
Um was geht's in dem Fragebogen überhaupt?
- Du wirst gefragt, ob du dir einen Dienst bei der Bundeswehr grundsätzlich vorstellen kannst.
- Deine Interessen und Fähigkeiten werden abgefragt.
- Dir werden zivile Möglichkeiten für gesellschaftliches Engagement - zum Beispiel technische Hilfswerke oder Freiwilligendienst.
Checkliste zum Fragebogen: Was muss ich tun?
Die Post von der Bundeswehr ist da - deine nächsten Schritte:
- Öffne die Post und checke sofort die Abgabefrist: Bis wann musst du den Fragebogen absenden?
- Ruf den Online-Fragebogen auf und lies ihn sorgfältig durch
- Setze dich mit den zwölf Fragen auseinander. Nimm dir Zeit, um deine Antworten und Entscheidungen sorgfältig abzuwägen.
- Abgefragt werden zum Beispiel: persönliche Angaben, Bildungsstand, Selbsteinschätzung der Fitness, Interesse am Wehrdienst.
- Antworte wahrheitsgemäß. Bedenke: Fliegen später falsche Angaben auf (z.B. bei der Musterung, Bedarfswehrplicht) droht Bußgeld.
- Hol dir Beratung, wenn dir etwas unklar ist oder du unsicher bist. Tipps dazu findest du unten auf dieser Seite.
- Sende den Online-Fragebogen rechtzeitig vor der Deadline ab. Nicht vergessen: Als junger Mann MUSST du den Fragebogen ausfüllen. Wenn du es nicht machst, ist das eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld bestraft werden.
Fragebogen ist abgeschickt: Was passiert jetzt?
Der neue Wehrdienst ist freiwillig. Du verpflichtest dich zunächst ein mal zu nichts. Die Fragebögen werden ausgewertet. Junge Männer ab Jahrgang 2008 müssen zur Musterung (ab 1. Juli 2027). Die kannst du dir wie einen Medizin-Check vorstellen: Es wird geprüft, ob du für einen Militärdienst körperlich und geistig fit genug bist.
Du hast Interesse an einem freiwilligen Wehrdienst? Wenn du tauglich bist, lädt dich die Bundeswehr in ein sogenanntes "Karrierecenter" ein. Ein freiwilliger Wehrdienst dauert sechs bis elf Monate. Wenn du den Militärdienst geleistet hast, bist du bis zu deinem 65. Lebensjahr Teil der Reserve. Das bedeutet, du kannst immer mal wieder zu Übungen für den Heimat- und Katastrophenschutz einberufen werden.
Du willst nicht zur Bundeswehr und möchtest dich aber mit einem Freiwilligendienst für die Gesellschaft engagieren? Der Fragebogen stellt dir die Freiwilligenbörse www.freiwillig-ja.de vor. Auf diesem Portal findest du Informationen und Einsatzstellen von allen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die in Deutschland Freiwilligendienste vermitteln.
Ob Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD): Alle wichtigen Infos, Erfahrungsberichte und Einsatzstellen von evangelischen Anbietern findest du auch auf www.ein-jahr-freiwillig.de. Die evangelische Freiwilligenbörse bietet dir noch etwas mehr: Auf ein-jahr-freiwillig.de findest du darüber hinaus auch Angebote für ein Auslandsjahr. Nähere Informationen über Freiwilligendienste findest du unten.
Du möchtest weder zur Bundeswehr, noch einen Freiwilligendienst machen?
Kein Problem! Dann mach du einfach den nächsten Schritt. Ob Ausbildung, Studium, Jobben oder reisen: Du bist frei in deinen Entscheidungen und kannst machen, was du willst.
UNSER TIPP:
Bleib informiert beim Thema Wehrpflicht
Die Rechtslage kann sich aus politischen Gründen ändern. Ob die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt wird, immer wieder aufs Neue diskutiert. Informiere dich und bleib aufmerksam. Wenn du dich unsicher fühlst, lass dich beraten. Ansprechpersonen und Kontakte findest du unten auf unserer interaktiven Karte [LINKVERWEIS].
Bin ich überhaupt der Typ für einen Dienst mit der Waffe?
Das Schreiben von der Bundeswehr konfrontiert dich mit einer spannenden Gewissensfrage: Könntest du einen anderen Menschen töten? Zum Soldatsein gehört ja, Waffen zu tragen. Du lernst schießen, befolgst Befehle. Im Ernstfall musst du kämpfen und töten. Wärst du dazu in der Lage? Unser X-Schritte-Leitfaden hilft dir, diese Gewissensfrage für dich zu klären: ...
Expert:innen-Interview zum Thema: Könnte ich im Ernstfall einen Menschen töten? Wie gelange ich bei dieser Gewissensfrage zu einer für mich stimmigen Entscheidung? Warum ist gut mich mit der Frage grundsätzlich zu beschäftigen?
Kurz gefragt bei der EAK (Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden)
Zivile Alternativen zum Wehrdienst: Freiwilligendienst in Deutschland oder im Ausland
- FSJ / BFD in Deutschland
- Freiwilliges Internationales Jahr
- Beratungsangebote im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Eine spannende Frage, die aktuell (Stand Februar 2026) noch niemand beantworten kann. Ob es eine neue Wehrpflicht geben wird, ist nicht bekannt. Daher kann niemand sagen, ob ein Freiwilligendienst - ob zivil oder bei der Bundeswehr - auf eine dann geltende Dienstpflichtzeit angerechnet wird oder nicht.
Wenn für dich feststeht, dass ein Militärdienst für dich nicht in Frage kommt, kannst du schon jetzt vorsorglich den Kriegsdienst verweigern. Wie das geht, erklärt dir auf dieser Seite das Video "So verweigerst du den Kriegsdienst". Weitere Informationen und Beratung findest du auf dem Portal der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK).
Wenn du ein Mann bist, musst du den Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen. Wenn du das nicht tust, droht dir ein Bußgeld. Wenn du eine Frau bist, kannst du den Fragebogen freiwillig ausfüllen und absenden. Für Frauen ist das nicht verpflichtend.
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Bundeswehr => Militärseelsorger:innen auch offenes Ohr ...
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Der neue Wehrdienst ist freiwillig. Daher gibt es auch keinen Zivildienst, den man stattdessen machen muss. Wenn du willst, kannst du einen Freiwilligendienst machen. Zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD). Du kannst auch dich auch im Ausland freiwillig engagieren. Ob FSJ oder Freiwilliges Internationales Jahr (FIJ): Informationen, Erfahrungsberichte und Einsatzstellen findest du ein-jahr-freiwillig.de.
Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das steht so im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Artikel 4, Absatz 3).
Wehrpflicht: In Deutschland gab es einen Wehrdienst, der 2011 ausgesetzt wurde. Bei diesem Pflichtmodell wurden alle jungen Männer ab 18 Jahren einberufen und gemustert. Wer tauglich war, aber keinen Dienst mit der Waffe leisten wollte, musste einen Zivildienst machen. Wer sich diesem Pflichtdienst entzog, dem drohten Gefängnisstrafen.
Freiwilliger Dienst bei der Bundeswehr: Um diesen neuen, freiwilligen Wehrdienst geht es in dem Online-Fragebogen. Bei diesem Freiwilligenmodell ist es eine freie und persönliche Entscheidung, ob man einen Dienst leistet oder nicht. Man bewirbt sich wie bei einem Job, unterschreibt einen Vertrag. Für den Wehrdienst bei der Bundeswehr, für einen Freiwilligendienst bei einem Träger, den du dir aussuchst. Ein freiwilliger Dienst kann aus guten Gründen auch vorzeitig beendet werden.
Der Bundestag kann bei einer aktuellen Bedrohungslage über die Einführung einer Bedarfswehrpflicht entscheiden. Das bedeutet, junge Männer können zu einem Militärdienst verpflichtet werden, auch wenn sie keinen freiwilligen Wehrdienst gemacht haben. Wichtig zu wissen: Laut Grundgesetz musst du keinen Dienst mit der Waffe machen. Kriegsdienstverweigerung ist ein Grundrecht. Jedoch kannst du im Verteidigungsfall zu einem zivilen Dienst verpflichtet werden.