DJiA - Diakonisches Jahr im Ausland

Das Diakonische Jahr im Ausland (DJiA) ist ein Programm der Evangelischen Freiwilligendienste gGmbH. Das DJiA ist ein soziales Orientierungsjahr: Freiwillige haben die Möglichkeit, sich in kirchlichen, diakonischen und sozialen Projekten in Europa und Übersee zu engagieren. Während einem DJiA können eigene Fähigkeiten entdeckt und weiterentwickelt werden. Das Diakonische Jahr im Ausland bietet die Chance, andere Menschen, ihr Leben und ihre Kultur kennenzulernen. Das DJiA ist offen für alle Religionen und Konfessionen.

Bulletpoints International
Länder
  • Argentinien
  • Bolivien
  • Belgien
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Italien
  • Lettland
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Slowakei
  • Spanien
  • Südafrika
  • Tschechien
  • Ukraine
  • Ungarn
  • USA

Internationale Zusammenarbeit mit festen Partnerorganisationen, die zu einem großen Teil im Netzwerk EDYN (Ecumenical Diaconal Year Network) zusammengeschlossen sind: www.edyn.org

Dauer
  • 9 bis 12 Monate
  • Ausreise: in der Regel August/September
  • Bewerbungsschluss: Mitte Dezember für die Ausreise im folgenden Jahr
Tätigkeitsbereiche
  • Kinder und Jugendliche
  • Kirche und Gemeinde
  • Kranke Menschen
  • Kultur
  • Menschen mit Behinderungen
  • Schule
  • Senioren
  • Soziale Dienste
  • Frieden und Entwicklung
Voraussetzungen
  • 18 bis 30 Jahre
  • Interesse an sozialem Engagement, Verantwortungsbewusstsein sowie Neugierde andere Lebenswelten kennenzulernen und sich darauf einlassen zu können
  • Offenheit gegenüber Glaubensfragen
  • ggf. Grundkenntnisse der Landessprache
    (v.a. in englisch-, französisch- und spanisch-sprachigen Ländern)
Finanzielles
  • Freiwillige erhalten: Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld (vom Einsatzland abhängig), pädagogische Begleitung und Seminare, Kostenerstattung der Hin- und Rückreise, Bescheinigung
     
  • Einmaliger Programmbeitrag: 1950 Euro
    (Sofern das DJiA als IJFD, EFD oder als entwicklungspolitischer Freiwilligendienst "weltwärts" stattfindet, wird kein verpflichtender Programmbeitrag erhoben. Freiwillige sind dann gebeten, sich im Rahmen des Solidaritätsmodells durch das Aufbringen von Spenden an der Finanzierung des Programms zu beteiligen.)
Seminare
  • Vorbereitungsseminar in Deutschland
  • beim entwicklungspolitischen Freiwilligendienst "weltwärts" fünf ergänzende Vorbereitungstage in Deutschland
  • Einführungsseminar im Einsatzland
  • Zwischenreflexion im Einsatzland
  • Abschlussreflexion im Einsatzland
  • Rückkehrseminar in Deutschland
Weitere Infos
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Info: Diakonisches Jahr im Ausland (DJiA)

Beim Seminar hab ich Freunde gefunden

Moritz macht in Frankreich ein Diakonisches Jahr im Ausland

Moritz (18) macht ein Diakonisches Jahr im Ausland, kurz DJiA. Er engagiert sich als Animateur in einem Altenheim in Südfrankreich. Er erzählt, wie er sich  beworben hat, wie der Freiwilligendienst abläuft. Und warum er sich für das Diakonische Jahr im Ausland entschieden  hat. 

 

Mir gefällt die Idee, an einem interkulturellen Austausch innerhalb der EU beizutragen. Ich wollte nach Frankreich, weil mir das Land auf meinem Schüleraustausch bereits sehr gut gefallen hat. Außerdem brauchte ich Zeit, um darüber nachzudenken was ich studieren möchte. Auf die Evangelischen Freiwilligendienste und das Programm "Diakonisches Jahr im Ausland" bin ich im Internet aufmerksam geworden. Außerdem war ich auf einigen Messen zum Thema Auslandsaufenthalt nach der Schule. 

Das Programm Diakonisches Jahr im Ausland hat mich direkt angesprochen, weil christliche Werte bewusst eine Rolle spielen. Zuhause habe ich viele Jahre als Jugendleiter in meiner Gemeinde Konfirmanden-Freizeiten betreut. Man muss nicht zwingend einer Kirche angehören, um den Dienst mit den Evangelischen Freiwilligendiensten zu machen. Aber auf den Seminaren sprechen wir auch über den Glauben und man sollte demgegenüber offen sein. Die Evangelischen Freiwilligendienste haben feste Partnerorganisationen im Ausland, an die Freiwillige vermittelt werden. Das ist praktisch, weil man immer feste Ansprechpartner hat.

Ehemalige Freiwillige berichten beim Infotag

Bevor ich mich auf das Diakonische Jahr im Ausland bewerben konnte, musste ich an einem Infotag teilnehmen, an dem ehemalige Freiwillige über ihren Dienst berichten. Auf der Internetseite www.djia.de konnte ich mich anmelden. An dem Infotag bekam ich die Bewerbungsunterlagen für das gewünschte Einsatzland, die ich bis Mitte Dezember zurück an die Evangelischen Freiwilligendienste schicken musste. Zu meiner Bewerbung gehörten ein ausgefüllter Bewerbungsbogen, ein Motivationsschreiben und drei Referenzen von Menschen, die mich gut einschätzen können – bei mir waren das eine Lehrerin, mein Pastor und der Lebensgefährte meiner Mutter. Außerdem brauchte ich einen Lebenslauf, ein ärztliches Attest über meine Gesundheit und ein Passfoto. 

Manchmal liegt zwischen dem Infotag und der Bewerbungsfrist nicht viel Zeit. Es ist daher gut, sich vorab Gedanken zum Motivationsschreiben zu machen. In meinem Schreiben ging ich darauf ein, weshalb ich mich für einen Freiwilligendienst entschieden habe und warum ausgerechnet mit einer kirchlichen Organisation. Wenn man ins Ausland möchte, sollte man dies begründen und auch von seinen Vorstellungen und Erwartungen an das Jahr im Ausland erzählen. Alle Bewerbungsunterlagen werden in Deutsch und der Sprache des Gastlandes benötigt. Spricht man die noch nicht sicher, kann man die Bewerbungsunterlagen auch in Englisch schicken. Ausnahme sind dabei Frankreich und Belgien, wo man alle Unterlagen auf Deutsch und Französisch braucht.

Offene Gespräche beim Kennenlern-Wochenende

Ich konnte mich nur für ein Einsatzland bewerben, allerdings hatte ich die Möglichkeit Ersatzländer anzugeben. Hätte es in Frankreich kein passendes Projekt gegeben, wäre ich vielleicht nach Belgien oder England gereist. Mein Bewerbungsgespräch mit den deutschen und französischen Ansprechpartnern fand auf einem Kennenlern-Wochenende statt. Ich konnte dort mehr über die Organisation und die Einsatzstellen erfahren. Das finde ich wichtig, um sich für ein Projekt zu entscheiden. Bei meinem Gespräch mit den Franzosen waren immer ehemalige Freiwillige dabei, die übersetzten, wenn ich Hilfe brauchte. 

Einen Monat vor meiner Abreise fand ein Entsendeseminar statt. Wir besprachen intensiv die Einsatzbereiche und lernten die Kultur unseres Gastlandes kennen. Ich war fast nur noch mit Freiwilligen zusammen, die auch mit älteren Menschen arbeiten wollten. In Workshops konnten wir ehemaligen Freiwilligen Löcher in den Bauch fragen. Mich interessierte zum Beispiel, wie sicher Frankreich ist, weil ich mit meinem eigenen Auto reisen wollte. 

Viele Infos in der DJiA-Mappe

Wir hatten vielen Workshops in Kleingruppen und konnten offen reden. Als ich erzählte, dass ich Angst habe, keinen Anschluss unter Gleichaltrigen zu finden, haben mir viele andere Freiwillige zugestimmt und wir haben zusammen überlegt, dass wir uns zum Beispiel in einem Sportverein anmelden könnten. Das hat mir gut getan. Das Klima auf diesem Seminar habe ich genossen. Das Leitungsteam des Seminars setze sich unter die Freiwilligen und wir wurden zu Freunden. Das ist wichtig, weil man schließlich mehr als ein Jahr lang ständig in Kontakt mit ihnen ist und Probleme mit ihnen besprechen kann.

In unserer DJiA-Infomappe standen viele Infos über mein Gastland und die Formalitäten, wie die Reisekostenrückerstattung. Die Reise ins Gastland muss man beim DJiA selbst organisieren. Ich bin mit dem Auto nach Südfrankreich gefahren und habe eine andere Freiwillige mitgenommen. Nach einer zwölfstündigen Autofahrt bin ich in Cannes an meiner Einsatzstelle angekommen. Meine Tutorin hat mich mit den typischen zwei Küsschen links und rechts herzlich empfangen, obwohl es schon 21 Uhr war und sie längst Dienstschluss hatte. Sie zeigte mir mein neues Zuhause, eine recht geräumige Wohneinheit mit Küchenzeile und kleinem Bad direkt neben dem Altenheim. Am nächsten Tag hat sie mir die Stadt gezeigt.

Beim Zwischenseminar neue Freunde gefunden

Ich mache meinen Freiwilligendienst in einem Altenheim. Im Team animieren wir die alten Menschen dazu sich zu bewegen. Wir spielen Dart mit ihnen oder kegeln und motivieren sie verschiedene Körperregionen zu bewegen. Wir Freiwilligen begleiten die Bewohner auch beim Essen und gehen mit ihnen Spazieren. Was ich an der Arbeit mag ist, dass uns die älteren Menschen sehr wertschätzen. Viele von ihnen freuen sich, wenn sie lächelnd begrüßt werden und lachen viel mit mir. Außerdem habe ich schnell gemerkt, dass ich mit meinen Animationen wirklich zum Allgemeinwohl der Bewohner beitrage. 

Bei meiner Arbeit betreut mich eine andere Animateurin, da meine Tutorin viel im Büro arbeitet. Es gibt aber jede Woche ein festes Treffen. Immer wenn ich ein Problem habe, kann ich das gut mit ihr besprechen. Die Aufnahmeorganisation hier in Frankreich hat Anfang Februar ein Zwischenseminar im Süden veranstaltet. Das war für mich bereichernd, weil ich mich mit anderen Freiwilligen über die Arbeit, das Leben in Frankreich und über Zukunftspläne ausgetauscht habe. Unter ihnen habe ich gute Freunde gefunden. 

Gemeinsamer Abschluss der Freiwilligen in Deutschland

Bei diesem Seminar wurden wir ermuntert, uns mit unserem Dienst auseinander zu setzen. Wir sollten zum Beispiel auf ein Blatt Papier zeichnen, wo wir uns in unserer Einrichtung sehen. In Einzelgesprächen konnten wir mit den Teamern Probleme in der Einsatzstelle ansprechen und diskutieren. 

Nach dem Freiwilligendienst ist in Deutschland noch ein Rückkehrseminar. Obwohl ich noch nicht ganz genau weiß, was mich erwartet, freue ich mich jetzt schon riesig, einmal alle Freiwilligen zusammen wieder zu sehen und einen gemeinsamen Abschluss für das Jahr zu finden. Für mich ist gerade die Teilnahme an diesem letzten Seminar sehr wichtig, weil sich bei der Rückkehr nach Deutschland mein alltägliches Leben grundsätzlich verändern wird.

Protokoll: Katrin Langhans

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Foto: ein-jahr-freiwillig.de
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