Friedensdienst im Ausland

Die verschiedenen Anbieter und Entsendeorganisationen der evangelischen Trägergruppe bieten dir einige Möglichkeiten, dich im Ausland zu engagieren. Du kannst bei Workcamps und Projekten mitarbeiten, die sich zum Beispiel für Frieden, Völkerverständigung und Versöhnung einsetzen oder Beiträge für mehr Gerechtigkeit, Entwicklung und Umweltschutz leisten. 

Diese Friedensdienste im Ausland werden nicht immer über ein Programm gefördert. Doch in der evangelischen Trägergruppe gelten für alle Dienste und Einsatzstellen im Ausland gemeinsame Qualitätsstandards. Das bedeutet für dich: Du wirst auf deinen Freiwilligendienst umfassend vorbereitet und pädagogisch begleitet.

Bulletpoints International
Länder

weltweit in zahlreichen Ländern

Dauer

3 bis 24 Monate

Tätigkeitsbereiche
  • Frieden und Entwicklung

  • Handwerk und Technik

  • Kultur

  • Natur und Umwelt

  • Politik und Verwaltung

  • Soziale Dienste

Alter
  • 18 bis 26 Jahre

  • begrenzt auch Angebote für Über-27-Jährige möglich

Voraussetzungen
  • je nach Angebot Sprachkenntnisse und passende Ausbildung

  • Offenheit gegenüber andere Kulturen und Lebensweisen

Weitere Infos

Einen guten Überblick der internationalen Friedensdienste im evangelischen Umfeld findest du bei der "Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden" (AGDF) unter www.friedensdienste.de

Bei den Evangelischen Freiwilligendiensten: 
www.ev-freiwilligendienste.de

Bei den Evangelischen Missionswerken in Deutschland (EMW):
www.emw-d.de

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Ich möchte in meinem Freiwilligenjahr etwas Sinnvolles tun

Sophie macht einen Freiwilligendienst im ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt

Sophie (19) macht mit "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" ein freiwilliges Jahr in Tschechien. Sie hätte sich auch ein anderes Land vorstellen können. Entscheidend ist für Sophie die Tätigkeit gewesen. In der Gedenkstätte Theresienstadt hat sie das gute Gefühl, einen sinnvollen Friedensdienst zu tun.

 

Theresienstadt (Terezín) ist heute eine tschechische Kleinstadt mitten im malerischen Nordböhmen. Vor allem ist Theresienstadt aber ein Ort des Gedenkens für die Opfer des Holocaust. Von 1941 bis 1945 diente die Stadt den Nationalsozialisten als jüdisches Ghetto. Tausende Menschen wurden von Theresienstadt aus in Vernichtungslager deportiert.

In der Gedenkstätte unterstütze ich die pädagogische Abteilung. Wir planen, organisieren und betreuen deutschsprachige Gruppen, die für mehrere Tage die Gedenkstätte besuchen. Das Programm besteht aus Führungen durch das ehemalige Ghetto und Ausstellungen der Gedenkstätte, thematischen Workshops sowie Exkursionen in die Gedenkstätte Lidice oder nach Prag in das jüdische Viertel. In Prag werden Synagogen besichtigt, und wir organisieren Zeitzeugengespräche mit Überlebenden, die von ihren persönlichen Eindrücken und Erlebtem erzählen.

Warum das Freiwilligenjahr für mich das Richtige ist

In mir reifte schon lange der Wunsch, nach der Schule eine Zeit lang in einem anderen Land zu leben und Erfahrungen zu sammeln. Besonders wichtig war mir bei der Wahl meiner Freiwilligenstelle die Arbeit und nicht das Land. Ich bin überzeugt, dass das Leben in jedem Land auf seine eigene Art eine großartige und spannende Erfahrung ist. Jedes Land hat seine besondere Geschichte, Traditionen und Kultur. Somit war es für mich entscheidend, dass ich in meinem Freiwilligenjahr einer sinnvollen Arbeit nachgehe. Ein Freiwilligendienst, bei dem ich eine richtige Unterstützung sein kann. Ich glaube dies mit der Freiwilligenstelle in Theresienstadt gefunden zu haben.

Ich hoffe, mit meiner Arbeit in der Gedenkstätte vor allem bei den Besuchern bleibende Eindrücke zu hinterlassen, ihnen Anstöße zum Nachdenken und vielleicht auch zum Handeln zu geben. Ich hoffe, bei ihnen das Bewusstsein dafür zu stärken, wie dankbar wir für unser Leben in einer friedvollen Gesellschaft sein können. Wie zerbrechlich diese ist und wie unersetzlich wichtig es ist, sie zu schützen und zu stärken.

Seminare bereiten auf den Friedensdienst vor

Auf meiner Suche im Internet stieß ich auf "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" (ASF), fand mich in den Grundsätzen und Zielen der Organisation wieder und bewarb mich. Die Bewerbung besteht aus einem ausführlichen Lebenslauf und einem Motivationsschreiben, in dem fünf Fragen zu beantworten sind. Zwei Monate später lädt ASF zu einem viertägigen Informations- und Auswahlseminar ein. Dort wurden wir genauer über die Möglichkeiten informiert, mit ASF einen Freiwilligendienst zu machen und lernten viele Mitbewerber kennen. Zudem sprachen wir mit ehemaligen Freiwilligen über unsere Motivation für den Freiwilligendienst und unsere Vorstellungen. 

Ich kann jedem nur empfehlen sich für einen Freiwilligendienst zu bewerben. So ein Jahr im Ausland ist eine wunderbare Erfahrung, die ich jedem wünsche. Bezüglich der Auswahl sollte sich niemand zu große Sorgen machen. Ganz wichtig ist, dass du einfach du selbst bist, ganz natürlich und dich nicht verstellst. Schließlich betreut die Organisation dich das ganze Jahr über im Ausland. Besonders meine Ansprechpartnerin in der Gedenkstätte ist immer für mich da und und hat mir den Einstieg in die Arbeit, die viel Verantwortung und Selbstständigkeit fordert, erleichtert. Sollten die Vorstellungen vom Freiwilligen und der Organisation in unterschiedliche Richtungen gehen, sind beide unglücklich mit der Situation.

Vorfreude aufs Wiedersehen mit den anderen Freiwilligen

ASF begleitet durch das ganze Jahr. Bereits im Vorfeld erhältst du viele Informationen zu deinem Dienst, deinem Land und deiner Einsatzstelle. Zu Beginn eines Freiwilligendienstes steht ein zehntägiges Vorbereitungsseminar an, auf dem du in kleinen Gruppen viel lernst und erarbeitest. Vor allem lernt man sich besser kennen und kann Freundschaften schließen. Nach diesem Vorbereitungsseminar reist du gemeinsam mit deiner Ländergruppe in dein neues Heimatland, in dem du gemeinsam mit allen ASF-Freiwilligen ein Länderseminar mit Referenten besuchst. Erst danach beginnt die Arbeit in deiner neuen Einsatzstelle.

Während des Jahres triffst du deine Ländergruppe immer mal wieder auf Seminaren. Da geht es um spannende Themen wie zum Beispiel "Was kann ich gegen Rassismus tun?" Zum Ende des Jahres trifft man sich zum Abschlussseminar wieder. Zurück in Deutschland bietet ASF ein Rückkehr- und Nachbereitungsseminar für alle Freiwilligen an. Auf dieses Seminar bin ich ganz besonders gespannt. Gespannt, all die Freiwilligen wieder zu sehen, zu hören was sie erlebt haben und zu sehen wie sie sich durch das Jahr verändert haben. 

Protokoll: Jörn Polzin

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Foto: thinkstock/Getty Images/gpointstudio
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