ESK - Europäisches Solidaritätskorps

Das Europäische Solidaritätskorps (ESK) wird von der Europäischen Union (EU) gefördert. Das ESK hat 2018 den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) abgelöst. Ziel des ESK: unter jungen Menschen die europäische Solidarität und das gegenseitige Verständnis fördern.

Um ein ESK zu machen, registrierst du dich auf dem Jugendportal der EU als Mitglied des Solidaritätskorps - dort einfach auf "Mach mit beim Solidaritätskorps" klicken. 

Beim Anmelden gibst du an, in welchen Ländern du gerne tätig sein willst. Du machst Angaben zu deinen Interessen, welche Erfahrungen und Fähigkeiten du mitbringst, welche Art von Projekten dich interessieren. Über das ESK-Portal kannst du dich auf Plätze bewerben. Wenn dein Profil passt, können Organisationen aber auch direkt mit dir Kontakt aufnehmen. 
   

Bulletpoints International
Länder
  • alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU)

  • Freiwilligendienste über das ESK-Programm sind darüber hinaus in Partnerländer möglich:
    sland, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen, Türkei, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Republik Kosovo, Montenegro, Serbien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Republik Moldau, Ukraine, Weißrussland, Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien, Russische Föderation

Dauer

2 bis 12 Monate

Voraussetzungen
  • Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Registrieren ist ab 17 möglich.

  • Wer bereits einen Freiwilligendienst über das Vorgänger-Programm Europäischer Freiwilligendienst (EFD) gemacht hat, kann sich nicht erneut bewerben.

Tätigkeitsbereiche
  • Frieden und Entwicklung

  • Kinder und Jugendliche

  • Kranke Menschen

  • Kultur

  • Menschen mit Behinderung

  • Natur und Umwelt

  • Politik und Verwaltung,

  • Schule

  • Senior*innen

  • Soziale Dienste

Leistungen
  • Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, Versicherungen und Schulungen/ Seminare werden für die Dauer der Aktivität übernommen 

  • Taschengeld für persönliche Ausgaben

  • kostenloser Online-Sprachkurs 

  • Gesetzlicher Anspruch auf Kindergeld besteht weiter

  • Teilnahmebescheinigung (ESK-Zertifikat) am Ende des Projekts

Seminare

Zum ESK gibt es ein pädagogisches Begleitprogramm, das die Freiwilligen fit für ihren Einsatz macht. Vor der Ausreise bereitet ein Seminar auf den Einsatz vor. Im Zielland findet innerhalb der ersten vier Wochen ein Einführungstraining statt. Einige Zeit später treffen sich die Freiwilligen erneut zu einem Zwischenseminar, um Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzten und gemeinsam zu lernen. Nach der Rückkehr in die Heimat werden die Freiwilligen aus einem Land zu einem Rückkehr-Event eingeladen. Es dient dazu, das Erlebte auszuwerten, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für weiteres Engagement zu bekommen. 

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Info: Europäischer Solidaritätskorps (ESK)

Mich begeistert die Idee, Jugendliche aus ganz Europa zu treffen

Johanna machte einen europäischen Freiwilligendienst EFD/ESK

Johanna (19) war für neun Monate mit dem europäischen Freiwilligendienst (EFD/ jetzt: ESK) in Moldawien. Als Freiwillige des Zentrums für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst (ZFFZ) engagiert sie sich in der Tagesstätte "Dorinta" für behinderte Kinder. Sie erzählt, wie ihr europäischer Auslandsdienst verlaufen ist.

Was mich an einem freiwilligen Jahr im Ausland begeistert, ist die Idee, mit jungen Menschen aus ganz Europa zusammenzuarbeiten. Beim Europäischen Freiwilligendienst (EFD), der inzwischen Europäisches Solidaritätskorps (ESK) heißt, muss man keinen Spenderkreis aufbauen wie bei vielen anderen Organisationen. Die Versicherungen, die Unterkunft, das Taschengeld und die Seminare sind kostenlos.

Nur bei den Reisekosten muss man bis zu zehn Prozent beisteuern, das war bei mir aber nicht der Fall. Der einzige Nachteil war, dass die EU, die den Dienst finanziert, den Förderantrag annehmen muss. Das kann dauern und es kann passieren, dass der Antrag abgelehnt wird, weil es nur eine bestimmt Anzahl an Förderplätzen pro Land gibt. Den Kontakt zur EU stellt die Entsendeorganisation her.

Früh für den Europäischen Freiwilligendienst bewerben

Ich informierte mich im Internetseite über den EFD - inzwischen heißt der europäische Freiwilligendienst ja Europäisches Solidaritätskorps - kurz ESK. Dort durchforstete ich die Datenbank mit allen aktuellen Projekten und Entsendeorganisationen. Ich verschaffte mir einen Überblick über die aktuellen Projekte und bewarb mich beim "Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst" (ZFFZ) in Kassel.

Erst wenn man die Zusage einer Entsendeorganisation hat, kann man sich auf konkrete Projekte bewerben. Man sollte sich frühzeitig auf den Europäischen Freiwilligendienst bewerben. Bei mir dauerte es über acht Monate, bis wirklich fest stand, dass der Freiwilligendienst stattfinden würde.

In der Bewerbung ans ZFFZ musste ich einen langen Bewerbungsbogen auf Englisch ausfüllen, in dem ich meine Erfahrungen in der Kinder-und Jugendarbeit, Motivation, Stärken und Schwächen beschrieben habe. Neben dem Bewerbungsbogen, einem Motivationsschreiben auf Deutsch und Englisch und dem Lebenslauf, musste ich zwei Referenzen von meinen Lehrern oder einem Pfarrer einreichen.

Tipps für Freiwillige zur Projektsuche

Ende Oktober hatte ich mich beworben, Anfang Februar erhielt ich eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung im ZFFZ. Dort bestätigte man uns sechs Freiwilligen, dass wir offiziell aufgenommen waren und uns jetzt nur noch ein Projekt im Ausland suchen müssten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde war klar, dass die meisten in ein englisch- oder französischsprachiges Land wollten. Keiner wollte nach Osteuropa.

Die Mitarbeiter vom ZFFZ gaben uns Tipps für die Projektsuche. Sie erklärten uns, dass man die Projekte in der Internet-Datenbank am besten nach dem Aktualisierungsdatum sortiert. Je aktueller das Projekt, umso wahrscheinlicher ist es, dass das Projekt noch nicht so viele Bewerber hat. Ein anderer Tipp war die Webseite "youthnetworks.net", die Projekte auflistet, die noch dringend Bewerber suchen.

Was die Chancen einer Bewerbung erhöht 

Bei der Projekt-Bewerbung ist es wichtig, die Stellenausschreibung genau zu lesen und die Bewerbung wirklich auf das Projekt zuschneiden. Manche Projekte haben zum Beispiel extra Bewerbungsbögen, andere wollen nur ein Motivationsschreiben und den Lebenslauf, andere verlangen Referenzen. Vor der Bewerbung ist es hilfreich, bei den Organisationen anzurufen, sich nach Bewerbungsfristen zu erkundigen und vielleicht schon mal ein paar kluge Fragen zu stellen, wie zu Beispiel: Wie ist die Unterbringung? Welche Arbeitszeiten hat man? Gibt es auch andere Freiwillige? Das erhöht die Bewerbungschancen.

Statt England ein Freiwilligendienst in Moldawien

Eigentlich wollte ich nach England, aber weil die Chancen in anderen Ländern oft höher sind bewarb mich auch in Portugal, Norwegen, Finnland, Litauen, Tschechien, der Slowakei und in Moldawien. Keine zwei Tage nach meiner Bewerbung in Moldawien hatte ich eine Zusage.

Ich arbeitete dann in einer Tagesstätte für behinderte Kinder in der kleinen Stadt Călărași, die etwa 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Chişinău liegt. Neben meine Projekt im Ausland habe ich auch noch eine koordinierende Organisation – ADVIT, die mich anfangs mit allen nötigem Infomaterial versorgte. Darunter war auch ein von anderen Freiwilligen gestalteter Stadtplan der Hauptstadt mit nützlichen Tipps. Außerdem noch eine Packliste (Bettwäsche, Handy, usw.). Ich konnte erst mal mit meinem Reisepass einreisen und ADVIT organisierte dann ein Visum für mich.

Das freiwillige Jahr wird gut vorbereitet

Da ich für dieses Jahr die einzige EFD-Freiwillige des ZFFZ war und meine Ausreise kurzfristig erfolgte, konnte ich nicht mehr an einem Entsendeseminar teilnehmen. Ich traf mich stattdessen mit meinem Mentor vom ZFFZ für einen Vormittag und klärte alles Wichtige. Mein Mentor gab mir ausführliches Informationsmaterial von der EU und wir klärten offene Fragen wie Arbeitszeiten, Versicherungen und wer meine Ansprechpartner in Moldawien sein würden.

Ich hatte wirklich Schwierigkeiten mir eines der ärmsten Länder Europas vorzustellen. Um mich auf mein Projekt vorzubereiten las ich den Blog eines Freiwilligen, der vor mir in Moldawien war. Von ADVIT bekam ich auch E-Mail-Adressen von Ehemaligen, die ich mit Fragen löchern konnten. Vor meiner Abreise besuchte ich keinen Sprachkurs, aber ich lernte mit einem Rumänisch-Lehrbuch schon mal erste Worte wie „bitte“ und „danke“.

Immer wieder Treffen mit anderen Freiwilligen

An einem warmen September Nachmittag war mein Flugzeug in der Hauptstadt Chişinău gelandet. Dort wurde ich abgeholt. Ich lebte in Călărași nur zehn Minuten Fußweg von meinem Projekt entfernt mit einer Mitbewohnerin aus Spanien in einer kleinen Einzimmerwohnung.

In einem 30-stündigen Sprachkurs erwarb ich erste Rumänisch-Grundkenntnisse, aber richtig lernte ich die Sprache im täglichen Umgang mit Menschen. Die anderen Freiwilligen konnte ich zum ersten Mal beim "On-Arrival-Training" kennenlernen. Das hatte ich sehr genossen. Das Seminar ist fester Bestandteil des freiwilligen Jahrs und es war eine der besten Zeiten während meines Freiwilligendienstes. Ich fuhr mit 20 anderen Freiwilligen in das kleine moldawische Dorf Lalova. Wir sollten zum Beispiel aufmalen, wo wir uns in unserem Projekt sehen, was unsere Aufgaben sind, und wie es uns bei der Arbeit geht. Außerdem diskutierten wir in Gruppen mögliche Konflikte, auf die wir während unseres Dienstes stoßen könnten und erarbeiteten Lösungsansätze.

In dem Freiwilligenjahr viel gelernt

Ende Februar war unser "Mid-Term-Meeting", das zweite Seminar. Wir tauschten unsere Erfahrungen aus und kochten gemeinsam Placinta, das ist ein rumänischer Käsekuchen. In einer Übung sollten wir verschiedene Gegenstände zeigen, die unseren Lernfortschritt symbolisieren. Ich habe zum Beispiel ein Rumänisch-Buch mitgebracht (Sprachkenntnisse) und eine Blume (für den Spaß, den ich mit den Kindern habe).

Besonders gut fand ich, dass sich die Leiter viel Zeit für einzelne Freiwillige und ihre Probleme genommen haben. ADVIT organisiert auch Exkursionen. Wir waren in dem Dörfchen Donici und besuchten das Kloster Curchi. Außerdem nahmen wir an einer Informationsveranstaltung im Zentrum für Aids Kranke teil und lernten etwas über die Situation HIV-Kranker in Moldawien. Ich besuchte auch ein eintägiges Seminar für Freiwillige, die mit Kindern arbeiten. Wir lernten neue Spiele kennen und tauschten uns über unsere Erfahrungen aus.

Eine schöne Erfahrung war auch mein Rückkehrer-Event, weil ich dort Freiwillige treffen konnte, die in anderen Ländern waren. Es war super spannend ihre Geschichten zu hören.

Protokoll: Katrin Langhans

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