Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)

Robin macht einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst

Mit den Leuten in meinem Team kann ich offen über alles reden

Robin (18) macht zwölf Monate lang einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Er arbeitet in der Gedenkstätte eines ehemaligen Internierungslagers in Frankreich.

Ich wollte nach dem Abitur einen Freiwilligendienst machen. Ich habe mich für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) entschieden, weil ich mit der Entsendeorganisation Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) ins Ausland gehen wollte. Die Organisation setzt sich für die Verständigung zwischen den Generationen, Kulturen und Völkern ein, die vom zweiten Weltkrieg betroffen sind. Das überzeugte mich und ich bewarb mich auf den Freiwilligendienst, ohne ein konkretes Projekt im Kopf zu haben. Meine Motivation für einen Freiwilligendienst bestand zum einen in dem Wunsch, durch soziales Engagement anderen Menschen zu helfen. Zum anderen habe ich auch die Möglichkeit für mich gesehen, während eines solchen Jahres eine Vielzahl an wertvollen Erfahrungen zu sammeln.

Meine Bewerbung verschickte ich fast ein Jahr im Voraus. Kernstück waren ein ausformulierter Lebenslauf und Antworten auf sechs Motivations-Fragen. Das war eine große Herausforderung, da ich mir über viele Dinge erst Gedanken machen musste. Für jede Frage schrieb ich etwa eine halbe Seite. Ich beantwortete zum Beispiel, in welchem Bereich ich mich gerne engagieren würde und in welchen Ländern ich mir ein Engagement eher nicht vorstellen kann. Außerdem brauchte ich drei Referenzschreiben auf einem vorgefertigten Fragebogen. Die Bewerbung hatte somit einen relativ festen Rahmen, was ich sehr angenehm fand. 

Sommer-Workcamp zur Einstimmung 

ASF lud mich zu einem viertägigen Info- und Auswahlseminar ein, bei dem ich mich auf einzelne Projekte bewerben konnte. Es gab etwa 70 Teilnehmer und ich fand es erstaunlich, auf wie viele nette, interessierte und offene Leute ich dort stieß. Es war leicht Kontakte zu knüpfen. Neben einem informativen Teil, gab es auch einstündige Einzelgespräche. Die Atmosphäre empfand ich als äußerst angenehm und locker. Meine Organisation empfiehlt Freiwilligen vor dem Dienst ein zweiwöchiges Sozialpraktikum zu machen und an einer Fahrt zu einer Gedenkstätte teilzunehmen. Ich besuchte alternativ das Rumänien-Sommercamp. Während der zwei Wochen in Bukarest wohnten wir in einem jüdischen Altenheim, besuchten die Bewohner und arbeiteten auf einem jüdischen Friedhof. 

 

Info Box

Info: Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) ist ein Programm, das dir im Ausland soziale und interkulturelle Erfahrungen ermöglicht. Du arbeitest ganztägig in einer gemeinnützigen Organisation oder Einrichtung. Gefördert wird der Internationale Jugendfreiwilligendienst vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Label / Titel: 
Länder
Inhalt: 

weltweit in zahlreichen Ländern

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Dauer
Inhalt: 

6 bis 18 Monate, in der Regel 12 Monate

 

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Voraussetzungen
Inhalt: 
  • Schulpflicht erfüllt: je nach Bundesland 9. oder 10. Klasse
  • Alter 15/16 bis 26 Jahre
  • Grundkenntnisse der Landessprache, gute Sprachkenntnisse in englisch-, französisch- und deutschsprachigen Ländern
  • Interesse an Kultur des Einsatzlandes und deutscher Geschichte
  • einige Organisationen erwarten Teilnahme an Praktikum und Exkursion
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Tätigkeitsbereiche
Inhalt: 

u.a. Soziale Dienste, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Natur- und Umweltschutz, Kultur, Frieden und Entwicklung, Politik und Verwaltung, Schule

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Finanzielles
Inhalt: 
  • Programm übernimmt i.d.R. Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld, Kosten für die An- und Rückreise zum Projekt und zu Seminaren, Versicherungen (inkl. Impfkosten, Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung), Kosten für Visa, Kosten für Sprachkurse bei Bedarf
  • Freiwillige zahlen Solidaritätsbeitrag: 990 Euro
  • Freiwillige bauen Patenkreises von 15 Leuten auf, die während dem Auslandsaufenthalt jeden Monat 15 Euro spenden
  • Anspruch auf Kindergeld besteht weiter

 

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Seminare
Inhalt: 

mindestens 25 Seminartage: Vorbereitungsseminar in Deutschland (9 Tage), im Einsatzland (5 bis 21 Tage), drei Zwischenseminare im Einsatzland (3 bis 7 Tage), Rückkehrerseminar (4 Tage)

 

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Weitere Infos
Inhalt: 

Übersicht der IJFD-Anbieter im evangelischen Umfeld:
www.ev-freiwilligendienste.de

Nähere Infos über den IJFD:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

 

Es ist üblich, dass man sich vor seiner Abreise 15 Paten sucht. Sie spenden während dem Auslandsjahr jeden Monat 15 Euro. Die Patensuche war für mich nicht einfach. Ich habe mein Motivationsschreiben individuell umgestaltet und an Verwandte, Bekannte und lokale Politiker per E-Mail verschickt. Das war viel Arbeit und es war mir unangenehm, bei anderen Leuten so direkt nach Geld zu fragen. Aber letztendlich konnte ich genügend Paten gewinnen.

Ausreiseseminar mit netten Leuten und spannenden Themen

Mein Projekt ist das "Mémorial du Camp de Rivesaltes2 im südfranzösischen Perpignan. Ich arbeite in einer Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Internierungslagers für Juden, spanische Flüchtlinge und Roma in Rivesaltes. Später war es auch ein Auffanglager für Harkis. Im Algerienkrieg kämpften die Harkis als Ergänzungseinheit für die französische Armee. Nach der Unabhängigkeit ihres Heimatlandes mussten sie fliehen. Die Gedenkstätte befindet sich im Bau, aber ich kann bereits Schulklassen über das ehemalige Lagergelände führen. 

Da ich in einem EU-Land bin, benötige ich kein Visum und kann auch flexibel und unkompliziert reisen. Ich habe während des Jahres zwei Urlaubstage pro Monat. Die konkrete Vorbereitung auf meine Aufgaben und Tätigkeiten im Projekt fand für mich vor allem auf dem Ausreiseseminar statt, zu dem alle ASF-Freiwilligen kamen. Während des einwöchigen Seminars wurden wir in Kleingruppen eingeteilt. Ich war in der "historischen Bildungsarbeit". Wir sprachen über mögliche Aufgaben, Herausforderungen oder Probleme, die in der Gedenkstätte auf uns zukommen könnten und machten uns mit der Geschichte vertrauter. Es gab interessante Workshops und wir besuchten das Haus der Wannsee-Konferenz und nahmen an einem Entsendegottesdienst teil. 

Alle Frankreich-Freiwilligen zum Kennenlernen in Paris

Ich reiste zusammen mit den anderen Frankreich-Freiwilligen nach Paris, wo sofort ein weiteres Seminar stattfand. So konnte ich gleich die Frankreich-Freiwilligen besser kennenlernen und erhielt nützliche Informationen über das Land. Wir besuchten zum Beispiel das "Mémorial de la Shoah" und machten einen Rundgang durch das 14. Arrondissement in Paris. 

Im Anschluss an das Seminar fuhr ich mit dem Zug zu meinem Einsatzort in den Süden Frankreichs. Ich kam am Nachmittag in Rivesaltes an, wo ich von einer Kollegin abgeholt und auf das Gelände des ehemaligen Internierungslagers mitgenommen wurde. So konnte ich das Lager und die Überbleibsel der Baracken sofort zu Gesicht bekommen. Es passte gut, dass ich bei meiner Ankunft direkt an der Führung einer Kollegin teilnehmen konnte, die mir meine zukünftige Aufgabe zeigte.

Offene Gespräche im Team

Am Abend wurde ich zu meiner Wohnung im Zentrum von Perpignan gebracht, die ich vom lokalen Träger des Projektes, der Region Languedoc-Roussillon, gestellt bekomme. Dort lebe ich alleine, was anfangs eine Umstellung war. Mittlerweile komme ich gut damit klar. Das Büro des Mémorials befindet sich in Perpignan, gleich um die Ecke von meinem Appartement. Mein Team besteht aus fünf Leuten und mir. Die Atmosphäre empfinde ich als gut und das gibt mir die Möglichkeit, mit meinen Kollegen offen über alles zu reden. Eine Kollegin fungiert auch als Betreuerin. Es war jedoch noch nicht nötig, dass ich mit ihr ein Problem-Gespräch führen musste. 

Nach den Orientierungstagen im September fand im Dezember noch ein weiteres Seminar für uns Frankreichfreiwillige statt. Wir besuchten die "Cité National de l'Histoire de l'Immigration", ein Museum über die Geschichte der Immigration in Frankreich. Am nächsten Tag empfingen wir den Shoah-Überlebenden Paul Niedermann, der im Oktober 1940 mit seiner Familie nach Frankreich deportiert wurde und auch ein Jahr in Rivesaltes - dort wo ich arbeite - festgehalten wurde. Durch meine Arbeit kannte ich bereits ähnliche Schicksale, aber es war spannend.

Einige Monate nach Ende des Freiwilligendienstes findet noch einmal ein ASF-Nachbereitungsseminar statt. Es ist nicht verpflichtend, aber ich plane daran teilzunehmen. Denn ich mich darauf, die Freiwilligen, die ich auf den Seminaren kennengelernt habe, noch einmal zu sehen. Ich bin froh, dass ich in meinem Auslandsjahr so viel über Geschichte und Kulturen lernen durfte. Ich habe viel über die Geschichte des Lagers von Rivesaltes und damit auch über das 20. Jahrhundert gelernt.

Protokoll: Katrin Langhans

Stellen zum Tätigkeitsbereich
Namibia

Du hilfst in einer Förderschule für Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen (z.B. ehemalige Straßenkinder), indem du Kinder im Vorschulalter unterrichtest oder Kindern Nachhilfeunterricht gibst. Daneben hast du die Möglichkeit durch spielerische Freizeitgestaltung die Sozialkompetenz der Kinder zu fördern und damit nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Familie nachhaltig positiv zu verändern.

Tansania
Dodoma

In Dodoma gibt es viele Straßenkinder/-jugendliche, die aus der Gewalt oder Vernachlässigung der eigenen Familie geflohen sind. Hilf mit, indem du z.B. durch sportliche Aktivitäten Beziehung zu den Straßenkindern/-jugendlichen aufbaust oder im Kontaktzentrum Gottes Liebe im Wort und ganz praktisch mit einer warmen Mahlzeit weitergibst. Daneben kannst Du mit praktischer Mithilfe und Nachhilfeunterricht ehemalige Straßenkinder und die Pflegefamilien unterstützen.

Tansania
Dar Es Salaam

In Daressalamgibt es viele Straßenkinder/-jugendliche, die aus der Gewalt oder Vernachlässigung der eigenen Familie geflohen sind. Hilf mit, indem du z.B. durch sportliche Aktivitäten Beziehung zu den Straßenkindern/-jugendlichen aufbaust oder im KontaktzentrumGottes Liebe im Wort und ganz praktisch mit einer warmen Mahlzeit weitergibst. Du lebst mit in einer afrikanischen Familie, die ehemalige Straßenkinder/-jugendliche als Pflegekinder aufgenommen hat. So tauchst du tief in ihr Kultur ein und wirst den Kindern und Jugendlichen zum Freund und Mentor.

Italien

Du siehst, was getanwerden muss und packst leidenschaftlich und mit Ausdauer an? Im christlichen Freizeit-und Tagungsheim Isola bringst dudich in allen Bereichen des Gästebetriebes und der Hauswirtschaft ein und unterstütztdasTeam vor Ort! „Ganz Italien“ und andere Länder kommen vorbei! Hier baust du neben deiner Hauptbeschäftigung in der Hauswirtschaft auch Beziehungsbrücken in und für Europa! Mit deinen Italienisch-Kenntnissen bringst du dich darüber hinaus in der Kinder-und Jugendarbeit des nahe gelegenen Ortes Isolaein und knüpfst in deiner Freizeit wertvolle Kontakte.

Griechenland
Kreta

Du hilfst in einem christlichen Hilfswerk auf der griechischen Insel Kreta, das vor allem unter Randgruppen arbeitet. Hauptsächlich werden Gastarbeiter-Familien aus bulgarisch-türkischem Hintergrund unterstützt. Auf dem ca. 3.000qm großen Gelände der Organisation ist deine Hauptaufgabe die praktische Arbeit in Garten Haus und Hof. Hier gilt es anzupacken und zu dienen. Vor allem im Sommer werden immer wieder Gäste und Gruppen betreut die das Werk unterstützen und denen auch du ein Gastgeber sein darfst.

Georgien

Gib Menschen im multiethnischen Georgien eine Chance, sich zu entwickeln und ihre Träume zu verwirklichen. Die Arbeitslosigkeit vor Ort ist hoch und das tägliche Leben ist sehr einfach, es mangelt oft am Nötigsten. Die Menschen sehnen sich mehr und mehr nach Möglichkeiten, sich fortzubilden und aus ihrem Alltag auszubrechen. Hilfe und Kontakte sind vor allem über kreative Kursangebote möglich: Durch dein Einbringen können sie Ihre Talente zu entwickeln. Werde aktiv. Wirsuchen dich, wenn du Begabungen in folgenden Gebieten hast: Kinder- und Jugendarbeit, Gitarre, Basissprachkurs Englisch/Konversation, Computer, Kunsthandwerk, Tanzen, Friseur, und was dir sonst noch alles Kreatives und Nützliches einfällt! Darüber hinaus kannst dich in einer Kindertagesstätte einbringen.

Israel

Du hast ein Herz für ältere Menschen und unterstützt sie gern in Hausarbeit, Pflege und Alltag? Du möchtest Gottes Liebe ganz praktisch weitergeben und die Arbeit in einem christlichen Altenheim kennenlernen? Du sprichst Englisch und bist offen eine neue Sprache zu lernen? Dann ist ein Einsatz in Israel genau das Richtige für dich!

Kambodscha

Unsere Organisation betreibt ein Kinderdorf mit einer angegliederten Montessori Vorschule und Grundschule. Das Gelände befindet sich in einem wunderschönen Dorf am Ufer des Tonle Bati Sees, 30 km südlich von Phnom Penh. Es bietet den vielen armen Kindern den Zugang zu guter Schulbildung. Tonle Bati ist gut erreichbar und die Region ist reich an Kultur und Traditionen mit Tempeln der Angkor-Periode, einem Hügel und einem See, die an den Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher aus der Stadt sind. 

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Unsere Organisation betreibt ein Kinderdorf mit einer angegliederten Montessori Vorschule und Grundschule. Das Gelände befindet sich in einem wunderschönen Dorf am Ufer des Tonle Bati Sees, 30 km südlich von Phnom Penh. Es bietet den vielen armen Kindern den Zugang zu guter Schulbildung. Tonle Bati ist gut erreichbar und die Region ist reich an Kultur und Traditionen mit Tempeln der Angkor-Periode, einem Hügel und einem See, die an den Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher aus der Stadt sind.