10 Jahre Bundesfreiwilligendienst: Vom "Zivi" zum "Bufdi"

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) hat vor zehn Jahren den Zivildienst abgelöst. Aus dem Pflichtdienst für junge Männer ist ein freiwilliges Angebot für alle Interessierte geworden - egal ob jung oder alt.
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Schon gewusst? Der Bundesfreiwilligendienst – kurz BFD – feiert einen runden Geburtstag. Zum 1. Juli 2011 wurde dieser Freiwilligendienst neu eingeführt. Das hatte einen Grund: Vor zehn Jahren setzte der Deutsche Bundestag die Wehrpflicht aus. Die Folge: Junge Männer mussten nicht mehr zur Bundeswehr. Damit fiel auch der Zivildienst weg. Zahlreichen Einrichtungen fehlten die "Zivis", wie die Zivildienstleistenden genannt wurden.

Mit dem Bundesfreiwilligendienst ist daraufhin ein neues Angebot für Menschen jeden Alters eingeführt worden. Der BFD ergänzte das Angebot an Jugendfreiwilligendiensten, die es zum Beispiel mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) bereits gab. Der Grundstein für Freiwilligendienste in Deutschland wurde 1954 mit dem Diakonischen Jahr gelegt. Mitte der 1960er Jahre ist diese Idee eines Freiwilligendienstes zum Freiwilligen Sozialen Jahr weiterentwickelt worden.

BFD kennt keine Altersgrenze

"Wir sind überzeugt, dass freiwilliges Engagement eine wichtige Säule der Zivilgesellschaft ist und zugleich wichtig für unsere Demokratie", sagt Maria Loheide. Die Vorständin für Sozialpolitik bei der Diakonie Deutschland betont: "Der Paradigmenwechsel – weg von der staatlichen Dienstpflicht hin zum freiwilligen Engagement – war ein wichtiger Schritt und hat dem Ausbau der Freiwilligendienste erheblichen Rückenwind gegeben."

Mit dem Bundesfreiwilligendienst wurde 2011 das Platzangebot in den Freiwilligendiensten insgesamt ausgebaut. Zudem steht der BFD Menschen jeden Alters offen. Das ist eine Neuerung gewesen. Denn beim FSJ und FÖJ gilt eine Altersobergrenze von 27 Jahren. "Engagement ist keine Frage des Alters", sagt Maria Loheide. "Die bereits bestehenden Jugendfreiwilligendienste um ein generationsoffenes Angebot zu ergänzen war und ist für viele die Chance, über den eigenen Tellerrand zu blicken, neue Erfahrungen zu machen und dabei professionell begleitet zu werden."

Freiwilliges Engagement ist eine Chance

Der BFD ist wie das FSJ und FÖJ als Bildungs- und Orientierungszeit angelegt: Neben dem Dienst in der Einsatzstelle spielen die individuelle pädagogische Begleitung der Freiwilligen sowie Seminar-Angebote eine zentrale Rolle. "Freiwilligendienste sind eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements", sagt Michael Peters, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej). "Sie bieten den Menschen die Chance, sich in die Gemeinschaft einzubringen und gleichzeitig persönlich zu wachsen."

Für die Zukunft wünschen sich aej und Diakonie für den BFD weniger bürokratische Strukturen und insgesamt für die Freiwilligen bessere Rahmenbedingungen. "Der BFD folgt nach wie vor der verstaubten Verwaltungslogik des ehemaligen Zivildienstes und ist viel zu bürokratisch aufgebaut", sagen Maria Loheide und Michael Peters. "Das macht es deutlich schwerer, kurzfristig und flexibel Freiwillige an Einsatzstellen zu vermitteln."

Was beim BFD verbessert werden kann

Auch die politische Bildung könne deutlich optimiert werden. Anstelle der Verpflichtung, an fünftägigen bildungspolitischen Seminaren der Bildungszentren des Bundes teilzunehmen, sollten diese Seminartage in die Bildungsarbeit der Träger integriert werden. Das haben Diakonie und aej bereits bei der Entwicklung des Konzepts gefordert.

"Der verpflichtende Besuch einer staatlichen Institution für politische Bildung ist ein Relikt des ehemaligen Zivildienstes und in dieser Form schon längst nicht mehr zeitgemäß", sagt Diakonie-Vorständin Maria Loheide. "Wir machen uns seit über einem Jahrzehnt dafür stark, dass die Seminartage in das jeweilige Konzept der Träger integriert und selber durchgeführt werden können – so, wie es sich beim Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) seit Jahrzehnten bewährt hat."

 


Zahlen und Fakten zu zehn Jahren BFD:

  • Insgesamt beginnen in der Evangelischen Trägergruppe pro Jahr rund 13.500 Menschen einen Freiwilligendienst (BFD, FSJ, FÖJ oder internationaler Freiwilligendienst). Rund ein Drittel der Freiwilligen macht einen Bundesfreiwilligendienst.
     
  • Mit dem BFD gab es erstmals ein Angebot, das Menschen jeden Alters offensteht. Beinahe jeder fünfte Bundesfreiwilligendienstleistende in der Evangelischen Trägergruppe ist über 27 Jahre alt, der Großteil davon zwischen 27 und 50 Jahren. Der BFD ist besonders für jene lebensälteren Menschen interessant, die sich um- und neuorientieren möchten, zum Beispiel nach einer Familienphase.
     
  • Der Bundesfreiwilligendienst lehnt sich in der Ausgestaltung eng an die Jugendfreiwilligendienste an. Die Mehrzahl der Freiwilligen ist bei den gleichen Trägerorganisationen tätig, die auch das FSJ durchführen. Die zivilgesellschaftlichen Zentralstellen setzen hier das bewährte Trägerprinzip um, das den erfolgreichen Start des BFD ermöglichte: Die Träger sind unter anderem verantwortlich für die pädagogische Begleitung der Freiwilligen, die Fortbildung und Qualifizierung der Einsatzstellen und wirken auch als vermittelnde Instanz bei Konflikten zwischen Freiwilligen und Einsatzstellen.

 

Weitere Inhalte

Ob Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ): Freiwilligendienste eröffnen viele Möglichkeiten. Unsere Video-Porträts zeigen, wie ein Freiwilligendienst abläuft.

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