Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist ideal, wenn du dich für Natur und Umwelt einsetzen möchtest. Du bist mit der Schule fertig und suchst nach einer sinnvolle Aufgabe? Wenn dir Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit ein Anliegen sind, ist ein ökologischer Freiwilligendienst ideal für dich.
Als Freiwillige:r engagierst dich für ein Umweltprojekt. Dabei lernst du neue Leute kennen. Du sammelst neue Erfahrungen und kannst dich beruflich orientieren. Im Freiwilligendienst kannst dich persönlich weiterentwickeln und Plus-Punkte für deinen Lebenslauf sammeln. Ob beim Schutz bedrohter Tiere, in der Umweltbildung mit Kindern oder in Projekten rund um Klima und erneuerbare Energien - überall kannst du mit anpacken, etwas Gutes tun und Neues lernen.
Was genau ist ein Freiwilliges Ökologisches Jahr?
Ein FÖJ ist wie ein FSJ. Einziger Unterschied: Beim Freiwilligen Ökologischen Jahr liegt der Schwerpunkt deiner Tätigkeit auf Natur und Umwelt. In Deutschland werden oftmals zwei Sorten von ökologischen Freiwilligendiensten angeboten. Zum einen das klassische FÖJ - also das Freiwillige Ökologische Jahr. Und zum anderen einen Ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD). Ob FÖJ oder ÖBFD - die beiden Programme sind praktisch gleich. Der wesentliche Unterschied: Das FÖJ ist für junge Menschen bis 26 Jahre. Beim ökologischen Bundesfreiwilligendienst gibt es keine Altersgrenze. Einen ÖBFD können also auch Seniorinnen und Senioren leisten.
Einsatzbereiche für Natur und Umwelt: Wo kannst du Mitmachen?
Ökologische Freiwilligendienste bieten viele Möglichkeiten und Einsatzfelder. Ob Großstadtdschungel, Bauernhof oder Nationalpark: Es gibt in ganz Deutschland viele spannende Einsatzstellen. Für fast jedes Interesse ist etwas dabei. Du kannst dir eine Einsatzstelle aussuchen, die zu dir passt. Willst du vor allem draußen sein in der Natur, das Arbeiten in einem Labor erleben oder mehr mit Menschen zu tun haben?
Typische Einsatzbereiche im FÖJ und ÖBFD:
- Natur- und Artenschutz:
Du hilfst zum Beispiel beim Erhalt von Naturschutzgebieten, betreust Besucher, pflegst Biotope, unterstützt beim Schutz bedrohter Tierarten. Damit können Tätigkeiten verbunden sein wie zum Beispiel Amphibienzäune aufstellen, Wanderwege instand halten oder Vögel zählen.
- Umweltbildung:
Du arbeitest mit Kindern, Schulklassen oder Besuchergruppen und vermittelst Wissen rund um Natur und Nachhaltigkeit. Ob im Schulgarten, Waldklassenzimmer, Exkursionen im Nationalpark oder in Umweltzentren. Oft geht es auch um erlebnispädagogische Aktivitäten, deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
- Ökologische Landwirtschaft:
Auf Bauern- und Biohöfen oder in Gärtnereien packst du mit an. Deine Hilfe ist zum Beispiel beim Pflanzen, Ernten und Füttern der Tiere gefragt. Du bekommst Einblicke in nachhaltige Landwirtschaft.
- Wissenschaft und Forschung:
Manche Einsatzstellen arbeiten wissenschaftlich. Oft sind das Projekte, die sich mit Klima, Energie oder Biodiversität befassen. Du sammelst beispielsweise Proben, um die Qualität von Gewässern zu prüfen. Du unterstützt Projekte im Bereich Klimaschutz oder erneuerbare Energien.
- Nachhaltigkeitsprojekte:
Hier kannst du dich für Projekte engagieren, die in deiner Region zum Beispiel von Kommunen, Umweltverbänden oder Kirchengemeinden getragen werden. In dem Bereich gibt es viele Möglichkeiten: Klimaschutzkampagnen, Recycling-Initiativen, Energiespar-Aktionen und vieles mehr.
- Tierschutz und Tierpflege:
Wenn du dich um Tiere kümmern magst, gibt es einige Einsatzstellen. Du kannst zum Beispiel auf einem Bauernhof Kühe, Hühner, Schweine füttern und Ställe pflegen. In Wildparks, Tierheimen oder Zoos mitarbeiten. Du liebst Pferde? Dann könnte ein Engagement in der Reit-Therapie perfekt für dich sein. Du pflegst verletzte Wildtiere und unterstützt Kampagnen für einen respektvollen Umgang mit Tieren.
- Öffentlichkeitsarbeit:
Umweltkampagnen und Klima-Projekte brauchen Öffentlichkeit. Du magst Social Media, interessierst dich für Public Relation (PR) und Fundraising? Du unterstützt beim Gestalten von Info-Materialien und Social-Media-Auftritten, hilfst bei Veranstaltungen und Führungen über Umweltthemen.
Leistungen und Rahmenbedingen beim FÖJ und ÖBFD:
- Dauer: Mindestens sechs Monate, in der Regel ein Jahr. Beide Programme können auf bis zu 18 Monaten verlängert und oft auch in Teilzeit geleistet werden. Start ist oftmals im Sommer. Es gibt aber auch zahlreiche Angebote, bei denen du während dem Jahr beginnen kannst.
- Taschengeld: Freiwillige bekommen monatlich ein Taschengeld in Höhe von zirka 300 bis 450 Euro. Die genaue Höhe ist je nach Einsatzstelle und persönlicher Situation unterschiedlich.
- Versicherungen: Freiwillige bekommen alle Sozialversicherungen bezahlt - also eine Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.
- Kindergeld: FÖJ und ÖBFD gelten als Bildungsjahr. Daher kann das Kindergeld während einem ökologischen Freiwilligendienst weiterhin ausbezahlt werden.
- Urlaub: Freiwillige haben Anspruch auf 25 Urlaubstage im Jahr. Machst du einen kürzeren Freiwilligendienst (z.B. sechs Monate) verringert sich die Zahl der Urlaubstage entsprechend.
- Seminare / Workshops: Freiwillige besuchen sogenannte Seminare, wo sie andere Freiwillige treffen und Erfahrungen austauschen können. Seminare sind Workshops, wo du fachliche und soziale Kompetenzen vermittelt bekommst. Beim FÖJ / ÖBFD liegt ein Schwerpunkt auf Themen, die mit Natur- und Umweltschutz zu tun haben.
- Bewerbung: Es gibt kein zentrales Bewerbungsverfahren. Du musst dich immer direkt bei einer Organisation bewerben. Tipp: Viele Freiwilligendienste beginnen im Sommer. Bewirb dich frühzeitig mehrere Monate im Voraus, wenn du eine bestimmte Stelle im Blick hast. Informiere dich bei den Organisationen, wie das bei ihnen mit dem Bewerben genau läuft.
Was bringt dir persönlich ein Ökologischer Freiwilligendienst?
Ein FÖJ ist nach der Schule die ideale Auszeit. Statt im muffigen Klassenzimmer zu sitzen, gehst du raus in die Natur. Mit einem ökologischen Freiwilligendienst tust du dir und anderen etwas Gutes. Du engagierst dich für eine gute Sache. Es ist eine Zeit, in der du viel über dich selbst lernst, über andere und über die Welt in der wir leben. Erfahre, wie du von einem Freiwilligendienst im Bereich "Natur und Umwelt" profitieren kannst:
Persönliche Entwicklung:
- Du wirst selbstständiger, lernst Verantwortung zu übernehmen und bekommst einen klareren Blick auf deine Stärken.
- Du lernst neue Leute kennen, die sich wie du für Natur interessieren und sich für die Umwelt einsetzen. Du erlebst eine andere Form von Gemeinschaft und Zusammenhalt wie du es von der Schule kennst.
- Freiwillige berichten, dass ein ökologisches Jahr sie positiv geprägt hat. Du kannst Dinge ausprobieren, die du in der Schule nie kennengelernt hast.
Kompetenzen, die du mitnimmst:
- Fachliches Wissen rund um die Themen Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit
- Teamarbeit: Du arbeitest mit Kolleginnen, Kollegen und anderen Freiwilligen zusammen und machst dabei Erfahrungen, die für den weiteren Berufsweg sind.
- Projektarbeit: Du erlebst, wie soziale und ökologische Projekte geplant und umgesetzt werden. Du lernst, was beim Organisieren von Aktionen oder Veranstaltungen zu beachten ist.
- Kommunikationsfähigkeit: Je nach Einsatzfeld lernst du Präsentieren, Dinge zu veranschaulichen und Menschen zu begeistern.
- Du erwirbst Schlüsselqualifikationen wie zum Beispiel Eigeninitiative, Problemlösung oder Flexibilität zählen.
Vorteile für Ausbildung, Studium und Beruf:
- Dein Freiwilligendienst wird in Studium und Ausbildung oft als Praktikum oder Ausbildungszeit anerkannt.
- Bei deiner Uni-Bewerbung wird ein FÖJ oder ÖBFD als Wartesemester angerechnet.
- Arbeitgeber werten einen Freiwilligendienst als Pluspunkt im Lebenslauf. Er signalisiert Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit.
- Du lernst Leute kennen und schließt oft auch Freundschaften. Du knüpfst Kontakte und vernetzt dich. Das kann später in Beruf und Karriere für dich nützlich sein.
- Du bekommst eine klarere Vorstellung davon, ob dich ein Beruf in den Bereichen Umwelt, Bildung, Soziales interessiert oder ob du eine ganz andere Richtung einschlagen möchtest.
Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) können alle jungen Menschen bis 26 Jahre machen. Vorausgesetzt, die gesetzliche Schulpflicht ist erfüllt. Beim Ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD) gibt es keine Altersgrenze, auch Erwachsene und Senior:innen sind willkommen.
Die beiden Programme laufen inhaltlich praktisch gleich ab und bieten die gleichen Leistungen. Der wichtigste Unterschied betrifft das Alter. Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ist nur bis 26 Jahre möglich.
Beim Ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD) gibt es dagegen keine Altersgrenze. Einen ÖBFD können also auch Personen leisten, die 27 Jahre und älter sind. Deswegen werden Bundesfreiwilligendienstefür Ältere oft auch als BFD Ü27 bezeichnet.
Nein. Der Schulabschluss spielt bei Freiwilligendiensten keine Rolle. Egal, ob Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder kein Schulabschluss. Du kannst einen ökologischen Freiwilligendienst leisten.
Wichtig ist aber, dass du die gesetzliche Schulpflicht erfüllt hast. Das bedeutet, dass du mindestens neun Jahre eine Schule besucht hast - unabhängig von einem Schulabschluss. Beachte, dass die Bedingungen für die gesetzliche Schulpflicht je nach Bundesland etwas anders sein können.
In der Regel dauern ein FÖJ oder ein ÖBFD ein Jahr. Beide Programme können auf sechs Monate verkürzt oder auf bis zu 18 Monate verlängert werden.
Damit ein Freiwilligendienst wie das FÖJ oder der ÖBFD offiziell bescheinigt werden kann, müssen mindestens sechs Monate vollständig geleistet werden. Das kann für dich wichtig sein, wenn du deinen Freiwilligendienst als Praxisnachweis in Ausbildung oder Studium anerkennen oder als Wartesemester für die Uni anrechnen lassen willst.
Freiwillige bekommen im FÖJ und ÖBFD jeden Monat ein Taschengeld ausbezahlt. Die genaue Höhe kann je nach Einsatzstelle und der persönlichen Situation unterschiedlich sein. Im Schnitt bekommen Freiwillige 300 bis 450 Euro Taschengeld pro Monat.
Manche Einsatzstellen können Unterkunft und Essen anbieten. Andere zahlen einen Zuschuss zum Taschengeld.
Ja. Die Träger-Organisation, bei der du deinen Freiwilligendienst machst, zahlt für dich die Sozialversicherungen - also: Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflege- und Unfallversicherung.
Das klassische FÖJ und den Ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD) gibt es nur in Deutschland. Wenn du ein Freiwilliges Internationales Jahr machen willst, gibt es Programme wie zum Beispiel weltwärts oder den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD). V
iele Anbieter von Freiwilligendiensten im Ausland vermitteln unter anderem auch Einsatzstelle mit Aufgaben im ökologischen Bereich. In der internationalen Stellensuche von ein-jahr-freiwillig.de kannst du über die Feinsuche gezielt nach Einsatzstellen im Tätigkeitsbereich "Natur und Umwelt" filtern.
Am besten bewirbst du dich schon mehrere Monate im Vorfeld. Tipp: Je früher du dich bewirbst, desto größer sind in der Regel deine Chancen auf die Wunsch-Stelle.
Es gibt kein zentrales Bewerbungsverfahren für Freiwilligendienste. Du musst dich immer direkt bei den einzelnen Einsatzstellen oder Trägerorganisationen bewerben.
Ja. Am Ende deines FÖJ oder ÖBFD bekommst du eine offizielle Bescheinigung über deine Teilnahme. Eine Voraussetzung ist, dass du deinen Freiwilligendienst mindestens sechs Monate geleistet hast. Tipp: Manche Träger stellen zusätzlich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis aus. Sprich sie drauf an.
In der Regel wird ein FÖJ oder ÖBFD bei der Bewerbung um einen Studienplatz als Wartesemester angerechnet. Auch in Ausbildung und Studium kann ein Freiwilligendienst als Praktikum anerkannt werden, was dir eine Zeitersparnis bringt. Im Lebenslauf ist ein Freiwilligendienst für Arbeitgeber ein Pluspunkt. Bestehe daher am Ende deines Freiwilligendienstes darauf, dass dir der Träger eine Bescheinigung gibt.
Mach unseren Selbsttest "Was für ein Freiwilligendienst passt zu mir?". Beantworte acht Fragen. Der Online-Test auf ein-jahr-freiwillig.de hilft dir herauszufinden, was für Stärken du hast und was für eine Tätigkeit zu dir passen könnte.
Tipp: Du kannst auch direkt Kontakt mit einer Einsatzstelle aufnehmen. Ein erstes Gespräch hilft oft, Klarheit zu bekommen. Es ist meistens auch möglich, einen Tag dort auf Probe mitzuarbeiten.